Alex Okafor: Ins Leben geboxt | BOXSPORT

Alex Okafor: Ins Leben geboxt

Als Kind wird er gemobbt und ausgegrenzt. Doch er gibt nicht auf, kämpft um Respekt und Anerkennung – das Boxen hilft ihm dabei. Heute ist aus Alexander Okafor ein ambitionierter Jungprofi geworden, der am Karriereanfang steht.

Alexander Okafor (l.) hat seine Profikarriere gerade erst begonnen. Zuvor gehörte er sechs Jahre lang zum Elitekader der deutschen Amateure. (Foto: Ringside Zone)

Schmächtig war er, fast zerbrechlich. Er wurde ausgegrenzt, er wurde gemobbt – auch wegen eines Sprachfehlers, auch weil er sich nicht ausdrücken, sich verständlich machen konnte. Keine einfache Zeit für ­einen kleinen Jungen mitten in Frankfurt am Main, mitten in der Metropole mit ihren Finanzzentren und Banktürmen. Aufgewachsen ist der junge Alexander Okafor im Gallus, einem Viertel nördlich des Mains und östlich des Hauptbahnhofs. Ohne Vater, mit Mutter und Bruder.

Nur: Wie wehrt man sich, wie hält man stand, wie kommt man aus der Opferrolle? Schwierig. „Ich habe meine Kindheit verloren“, sagt Okafor. Einsam und verlassen habe er sich gefühlt. Das wollte er nicht mehr sein, er wollte dazugehören, Anschluss finden. Der Ausweg: „Ich habe angefangen zu boxen“, erzählt er. Eine Art Notwehr im persönlichen Notstand – mit zehn Jahren.

„Viel Scheiße gebaut”

Es folgte Training, Training, Training – im Box- und Tischtennis-Camp Gallus, einer Anlaufstelle für Kids wie Alex. „Es war wie ein innerer Zwang.“ Mit Wut und Tränen in den ­Augen. Dann der Rückschlag 2014: eine Finalniederlage bei der Deutschen Meisterschaft der U15, den Kadetten – mit Folgen.

Er habe mit „falschen Freunden viel Scheiße gebaut“. Sein Spielort war jahrelang nicht mehr das Gym, sondern der Bahnhofsvorplatz. Schlimmer noch: Die Liebe zu seiner Mutter habe er verloren, seine Selbstachtung. „Ich war sehr egoistisch, meine Mutter hat darunter stark gelitten.“

Er habe gelernt, viel mit sich selbst ausmachen zu müssen. Der Wendepunkt nach dem Tiefpunkt kam mit 18. „Ich habe realisiert, so geht es nicht weiter.“ Schließlich wurde er volljährig, und er wollte erwachsen werden – oder wie Alex sagt: „Ich wollte ein Mann werden.“ Die logische Konsequenz: Comeback als Boxer, eine Rückkehr …

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