Canelo Alvarez lehnt den IBF-Titelkampf im Supermittelgewicht ab. Osleys Iglesias muss nun einen neuen Gegner für den vakanten WM-Gürtel finden

Der mexikanische Superstar Saúl „Canelo“ Álvarez hat die Chance ausgeschlagen, um den vakanten IBF-Weltmeistertitel im Supermittelgewicht gegen Osleys Iglesias anzutreten. Damit verzichtet die Box-Ikone vorerst auf eine Rückkehr in die Titelregion der 168-Pfund-Klasse. Álvarez (63-3-2, 39 K.o.) hatte den IBF-Gürtel sowie die Titel der WBA, WBC und WBO im vergangenen September durch eine klare Punkteniederlage nach einstimmigem Urteil gegen Terence Crawford verloren. Nach Crawfords anschließendem Rücktritt ist die Supermittelgewichtsdivision weit offen – ein Machtvakuum, das nun neu gefüllt werden soll.
Der in Deutschland ansässige Osleys Iglesias (14-0, 13 K.o.) war im Dezember von der IBF als Pflichtherausforderer bestimmt worden. Ziel war es, mit einem Kampf gegen Canelo einen neuen Champion zu krönen. Da Álvarez jedoch ablehnte, muss sich Iglesias nun in den Weltranglisten nach einem alternativen Gegner für den vakanten rot-goldenen IBF-Gürtel umsehen. Der Kubaner wird vom kanadischen Promoter Eye of the Tiger betreut.
Die IBF will ihre Ranglisten in den kommenden Tagen aktualisieren. Aktuell rangiert Jaime Munguia aus Mexiko auf Platz fünf. Der Mexikaner wurde erst kürzlich nach seinem Sieg über Bruno Surace von allen Vorwürfen im Zusammenhang mit einem positiven Dopingtest freigesprochen. Callum Simpson aus England ist ebenfalls auf Platz fünf gelistet, dürfte jedoch nach seiner K.o.-Niederlage gegen Troy Williamson im letzten Monat abrutschen. Landsmann Hamzah Sheeraz folgt auf Rang sechs, Pavel Silyagin aus Russland belegt Platz sieben, während Simon Zachenhuber aus Deutschland auf Rang acht geführt wird.
Erwartet wird, dass Iglesias’ Promoter Camille Estephan den Titelkampf nach Québec holen möchte. Allerdings hatte der Kubaner bislang Schwierigkeiten, große Namen aus der Gewichtsklasse zu verpflichten – nicht zuletzt wegen seiner brandheißen Form, die ihn zu acht aufeinanderfolgenden vorzeitigen Siegen getragen hat. In der Supermittelgewichtsszene gilt Iglesias längst als gefährlicher Finisher, dem viele lieber aus dem Weg gehen.