Trotz einer Rekordbörse seiner Karriere verzichtet Keyshawn Davis auf den Kampf gegen WBO-Champion Devin Haney. Nun muss der Verband einen neuen Pflichtherausforderer bestimmen.

Der geplante WBO-Weltmeisterschaftskampf zwischen Devin Haney und Keyshawn Davis ist vorerst geplatzt. Davis’ Team informierte den Weltverband darüber, dass der 27-Jährige die angeordnete Pflichtaufgabe gegen den Weltergewichtschampion nicht annehmen wird. Damit schlägt Davis die bislang höchste Börse seiner Karriere aus. Top Rank hatte die Austragungsrechte bei der Versteigerung mit einem Gebot von 8,55 Millionen Dollar gewonnen. Nach den WBO-Regeln wären 75 Prozent an Titelverteidiger Haney gegangen, während Davis 25 Prozent erhalten hätte. Für den Herausforderer hätte das eine Börse von etwas mehr als 2,1 Millionen Dollar bedeutet.
Top Rank hatte als Kampftermin den 3. Oktober vorgeschlagen. Als mögliche Austragungsorte galten New York, Atlanta und Las Vegas. Davis hätte bei diesem Duell erstmals im Weltergewicht geboxt. Seine beiden jüngsten Kämpfe gegen Jamaine Ortiz und Nahir Albright fanden noch im Halbwelter statt. Warum Davis die Chance ausschlug, wurde zunächst nicht bekannt. Sportlich wäre das Duell besonders reizvoll gewesen, da beide Boxer ungeschlagen sind und zu den technisch stärksten US-Amerikanern ihrer Generation zählen.
Nun muss die WBO entscheiden, wie es mit Haneys erster Titelverteidigung weitergeht. Brian Norman Jr. steht auf Rang zwei, wurde von Haney im vergangenen November allerdings bereits klar nach Punkten besiegt. Auch Teofimo Lopez, Manny Pacquiao und Arnold Barboza Jr. werden in der Rangliste weit oben geführt.
Text von Robin Josten