Taylor vs. Serrano II: Blutiger Rekordfight endet mit Kontroverse

Taylor vs. Serrano II geht als Rekordkampf des Frauenboxens in die Geschichtsbücher ein. In einem blutigen Duell triumphiert Katie Taylor umstritten und bleibt undisputed Championesse im Halbwelter.

Taylor vs Serrano II: Beide Boxerinnen schnenkten sich nichts – am Ende erklärten die Punktrichter Katie Taylor (l.) einstimmig zur Siegerin. (Foto: © IMAGO / Imagn Images)
Taylor vs Serrano II: Beide Boxerinnen schnenkten sich nichts – am Ende erklärten die Punktrichter Katie Taylor (l.) einstimmig zur Siegerin. (Foto: © IMAGO / Imagn Images)

Katie Taylor triumphiert erneut gegen Amanda Serrano. Taylor vs. Serrano II, das mit Spannung erwartete zweite Duell der beiden Spitzen-Boxerinnen, endete – wie schon der erste Kampf der beiden – mit einer knappen Punkteentscheidung zugunsten der Irin. Der Kampf fand am 15. November 2024 auf der Undercard von Jake Paul vs. Mike Tyson im AT&T Stadium in Arlington, Texas, statt. Vor der neuen Rekordkulisse von 72.300 Zuschauern wurde das Rematch zu einem weiteren Höhepunkt im Frauenboxen.

Ein blutiges und intensives Duell

Von Beginn an lieferten sich Taylor und Serrano einen harten Schlagabtausch. Taylor setzte schnelle Kombinationen, während Serrano mit kraftvollen Treffern konterte. Schon in der vierten Runde führte ein unabsichtlicher Kopfstoß von Katie Taylor zu einem tiefen Cut über Serranos rechtem Auge. Auch Taylor erlitt einen Cut über ihrem rechten Auge, doch beide Kämpferinnen setzten den Kampf unbeirrt fort. Nach zehn Runden standen beide sichtlich gezeichnet, blutverschmiert und erschöpft im Ring. Es war ein Bild, das den physischen und emotionalen Einsatz beider Frauen unterstrich.

Trotz der Härte des Kampfes umarmten sich die beiden Rivalinnen am Ende. Serrano lobte Taylor als würdige Gegnerin, betonte jedoch: „Ich glaube, die Kopfstöße waren nicht zufällig. Aber das gehört wohl zum Kampf dazu.“ Taylor erwiderte: „Ich habe großen Respekt vor Amanda. Sie ist eine wahre Kriegerin.“

Taylor vs. Serrano II endet mit kontroversem Urteil

Die Punktrichter werteten den Kampf einstimmig mit 95-94 für Taylor, trotz eines Punktabzugs in der achten Runde wegen wiederholter Kopfstöße. Serrano und ihr Team kritisierten die Wertung scharf, doch Taylor verteidigte ihre Leistung: „Ich kämpfe hart, aber fair. Solche Kopfstöße passieren im Clinch, vor allem gegen Rechtsausleger.“

Die Zuschauer im Stadion reagierten gemischt, viele zeigten Unmut über das Urteil. Auf Social Media hingegen gab es Lob für die Leistung beider Kämpferinnen. Weltmeister wie Claressa Shields und Terence Crawford bezeichneten das Ergebnis bei Social Media indes als gerechtfertigt.

Historisches Event und Rekordzahlen

Taylor vs. Serrano II, weltweit auf Netflix übertragen, erreichte fast 50 Millionen Zuschauer. Er zeigte, dass Frauenboxen zunehmend ein globales Publikum begeistert. „Wir stehen hier nicht nur als Kämpferinnen, sondern als Vorbilder“, sagte Taylor nach dem Kampf. Serrano ergänzte: „Das Frauenboxen hat heute Geschichte geschrieben.“

Emotionales Ende – folgt jetzt die Trilogie

Beide Boxerinnen signalisierten Bereitschaft für ein drittes Duell. Taylor schlug dabei längere Runden vor: „Ich bin bereit für 12 Runden à drei Minuten.“ Serrano stimmte zu, forderte jedoch „faire Bedingungen ohne Kopfstöße“. Die Umarmung und die gemeinsamen Worte im Ring zeigten, dass trotz aller Rivalität Respekt und Sportsgeist im Vordergrund stehen.

Text: Andreas Ohlberger


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