Revolution oder Risiko? Neue Box-Liga „Zuffa Boxing“ startet | BOXSPORT

Revolution oder Risiko? Neue Box-Liga „Zuffa Boxing“ startet

Die neue Box-Liga von Dana White und Turki Al-Sheikh „Zuffa Boxing“ startet am Freitag in Las Vegas – das Debüt wirft Fragen auf.

Bild, Ablauf, Kommentar, Matchmaking, etc.: Am Freitag zeigt sich erstmals, wie „Zuffa Boxing” in der Praxis aussieht. (Foto: Zuffa Boxing)

Dana White und Turki Al-Sheikh schicken ihre neue Box-Liga Zuffa Boxing an den Start. Das Debütevent steigt am Freitag, 23. Januar 2026, im UFC Apex in Las Vegas. Gestreamt wird in den USA über Paramount+. Die Prelims beginnen um 18.00 Uhr ET, die Maincard um 21.00 Uhr ET – in Deutschland entspricht das 0.00 Uhr bzw. 3.00 Uhr (Nacht auf Samstag).

Ausgerechnet die Location setzt den ersten Kontrapunkt zur angekündigten Zeitenwende. Die UFC-Halle ist funktional, aber klein. Viele Fans kritisieren den Standort seit Jahren, weil Atmosphäre und Zuschauerzahl begrenzt sind. Zuffa wählt trotzdem diesen Weg – logisch, weil White dort Produktion, Abläufe und Kosten im Griff hat.

Walsh vs. Ocampo als Headliner

Sportlich führt Callum Walsh das Debüt an. Der Ire trifft im Main Event auf Carlos Ocampo. Walsh gilt als Prospect mit Star-Potenzial, Ocampo bringt Erfahrung aus 41 Profikämpfen mit. Auf der Maincard stehen außerdem Misael Rodríguez Olivas vs. Austin Deanda sowie Julian Rodriguez vs. Cain Sandoval. Die Prelims umfassen fünf weitere Kämpfe, darunter Omar Trinidad vs. Max Ornelas.

Auffällig: Zuffa startet nicht mit einem Superfight, sondern mit Matchups, die nach „Aufbau mit Risiko“ aussehen. Genau das passt zu Whites Grundidee, die er seit Monaten verkauft: klare Hierarchien, zentral gesteuertes Matchmaking, weniger Gürtel-Wirrwarr.

Ali Act und Machtkonzentration

Kritiker warnen, dass eine Liga, die Promoter, Matchmaker und Vermarkter unter einem Dach bündelt, in Konflikt mit dem Muhammad Ali Boxing Reform Act geraten kann. Das US-Gesetz soll Interessenkonflikte begrenzen und schreibt u. a. Schutzmechanismen bei Vertragsrechten vor.

White hat sich zuletzt öffentlich zu möglichen Änderungen am Ali-Act-Rahmen positioniert – was zeigt, wie politisch dieses Projekt werden kann, sobald Zuffa nicht nur Events veranstaltet, sondern ein eigenes System baut.

Text von Robin Josten