Usyk legt WBO-Titel nieder – schlägt bald Kabayels große Stunde? | BOXSPORT

Usyk legt WBO-Titel nieder – schlägt bald Kabayels große Stunde?

Schwergewichts-Weltmeister Oleksandr Usyk hat seinen WBO-Gürtel abgegeben. Das erhöht die Chancen von Agit Kabayel auf einen WM-Kampf gegen den Ukrainer.

WBC Interims-Champion Agit Kabayel kämpft zunächst am 10. Januar in Oberhausen gegen den Polen Damian Knyba. Folgt danach ein WM-Fight gegen Oleksandr Usyk? (Foto: imago-images / Norbert Schmidt)

Die World Boxing Organization (WBO) hat mitgeteilt, dass Oleksandr Usyk seinen WM-Gürtel des Verbandes niedergelegt hat. Der Ukrainer, der die WM-Titel im Schwergewicht vereint hatte, hält damit nunmehr die Gürtel der Verbände WBC, IBF und WBA. Damit ist Usyk fortan nicht mehr Undisputed-Champion.

Wardley neuer WBO-Champion

Bereits im Sommer hatte Usyk bei der WBO eine Fristverlängerung zur Pflichtverteidigung beantragt. Nach „sorgfältiger Überlegung“ habe er sich nun zu diesem Schritt entschieden, heißt es in dem Statement.  

Damit wird der bisherige Interims-Champ Fabio Wardley zum neuen WBO-Weltmeister hochgestuft – womit die Chancen von Agit Kabayel steigen, bald einen Titelfight gegen Usyk zu erhalten. Kabayel ist Interims-Champion des Weltverbandes WBC im Schwergewicht und damit offizieller Contender von Weltmeister Usyk. Der deutsche „Leberking“ ist aktuell gar der einzige aktuelle Pflichtherausforderer des Ukrainers. Denn bei den anderen Verbänden IBF und WBA stehen zunächst noch interne Duelle bevor.

WBC muss Druck ausüben

Gewinnt Kabayel also seinen Kampf am 10. Januar gegen den Polen Damian Knyba, könnte sein nächster Fight ein WM-Duell gegen Usyk sein. Kommt es dann im Sommer zum großen Showdown zwischen Kabayel und dem WBC-Weltmeister? „Cool, dass die WBO sich auch für ihren Sportler durchgesetzt hat, dass sie ihre Sache machen“, teilte der Leberking dem Portal sport.de mit. Doch er hegt Zweifel, ob der Verband so schnell reagiert. Kabayel erklärte, er wisse nicht, „ob der WBC strikt hinterher sein, den Mandatory-Status ausrufen und da Druck machen wird. Das wissen wir nicht“.

Zunächst hat Deutschlands Top-Schwergewichtler ohnehin seinen bevorstehenden Ringauftritt Anfang 2026 in Oberhausen im Visier. „Ich konzentriere mich jetzt auf den 10. Januar. Wenn es dann mit dem WM-Kampf geschmückt wird, umso schöner für den deutschen Boxsport. Und wenn nicht, dann nicht. Gewinnen muss ich so oder so. Alles andere kommt danach“, sagte Kabayel. Immerhin sind die Chancen, dass Agit Kabayel erster deutscher Weltmeister aller Klassen seit dem legendären Max Schmeling (1930) werden kann, durch die jüngsten Entwicklungen gestiegen.

Text: Frank Schwantes