Agit Kabayel: „Großartig, wieder nach Hause zu kommen“ | BOXSPORT

Agit Kabayel: „Großartig, wieder nach Hause zu kommen“

WBC-Interims-Champion Agit Kabayel zeigt sich zuversichtlich bei der ersten Pressekonferenz zum „Homecoming“ am 10. Januar in Oberhausen.

Hype zum Homecoming: WBC-Interims-Weltmeister Agit Kabayel (l.) und sein nächster Gegner Damian Knyba standen bei der ersten Pressekonferenz im Mittelpunkt. (Foto: imago-images / Norbert Schmidt)

Agit Kabayel (26-0, 18 K.o.) will das Boxen in Deutschland wiederbeleben – das ist das erklärte Ziel des „Leberkings“, wenn er am 10. Januar in der Rudolf-Weber-Arena in Oberhausen in den Ring steigt. Gegner des 33-jährigen Schwergewichtlers beim „Homecoming“ wird der unbesiegte Pole Damian Knyba (17-0, 11 K.o.) sein.

„Arena zum Beben bringen“

Bei der gestrigen Pressekonferenz in Meerbusch bei Düsseldorf war das Interesse an Kabayel, der nach knapp drei Jahren erstmals wieder in Deutschland boxen wird, riesengroß. Der Bochumer geht mit einer beeindruckenden Bilanz in den Fight. In den letzten beiden Jahren besiegte er die Top-Schwergewichtler Arslanbek Makhmudov, Frank Sanchez und Zhilei Zhang durch K.o. Diese drei Erfolge sammelte der „Leberking“ allesamt im Rahmen der „Riyadh Season“ in Saudi-Arabien, womit er sich damit in die Weltspitze kämpfte.

„Es ist großartig, wieder nach Hause zu kommen und vor meinen Fans zu kämpfen“, sagte Kabayel vor den Medien. „Ich habe vor, die Arena am 10. Januar zum Beben zu bringen. Dieser Heimkampf öffnet mir Türen öffnet und zeigt der ganzen Welt, dass ich mit der Unterstützung, die ich habe, Arenen in Deutschland füllen kann. Lasst uns gemeinsam Boxen in Deutschland wieder groß machen.“

Kulisse wie zuletzt bei Klitschko

Die Rudolf-Weber-Arena in Oberhausen fasst 13.000 Zuschauer. Für Kabayels Duell mit Knyba sollen bereits mehr als die Hälfte der Tickets verkauft worden sein. Der letzte Boxer, der hierzulande Arenen mit mehr als 10.000 Fans füllen konnte, war Weltmeister Wladimir Klitschko. 2017 beendete der „Steelhammer“ seine erfolgreiche Karriere.

„Agit Kabayel ist der herausragende Kämpfer dieser großen Nation“, lobte Promoter George Warren, Sohn von Queensberry-Chef Frank Warren. Es gäbe ein so großes Erbe in Deutschland, wenn man sich nur an die Zeit der Klitschkos erinnere. „Wir von Queensberry glauben, dass Kabayel der Mann ist, der den deutschen Markt wieder voranbringt. Wir glauben, dass er ein zukünftiger Weltmeister im Schwergewicht ist.“

Knyba vor den Fäusten, Usyk im Kopf

Der Kampf am 10. Januar, in dem Kabayels Gürtel als WBC-Interims-Weltmeister auf dem Spiel steht, wird von DAZN live im Pay-per-View übertragen. Bei den weiteren sportlichen Ambitionen, die das Team des „Leberkings“ hegt, spielen Gegner wie Ex-Weltmeister Daniel Dubois und Dreifach-Champion Oleksandr Usyk eine gewichtige Rolle. „Unser Plan ist es, gegen Usyk um die WM-Titel zu kämpfen. Agit ist ein Vulkan, der darauf wartet, auszubrechen“, betonte Manager Spencer Brown.

Zunächst gilt es, Damian Knyba (2,01 m groß) zu besiegen, das weiß auch der zehn Zentimeter kleinere und vier Jahre ältere Kabayel. „Ich bereite mich auf jeden Kampf auf die gleiche Weise vor und unterschätze niemals einen Gegner. Ich gehe jedes Mal von Null an.“ Der Pole selbst betonte, dass er nicht fürs Verlieren nach Oberhausen kommt: „Kabayel ist Top-2 in der Welt. Das war ein Traum von mir. Ich möchte der erste polnische Weltmeister im Schwergewicht werden. Es wird ein schwerer Kampf, der Druck ist groß, aber ich glaube an mich.“ Allerdings hat der 29-Jährige auch noch nicht das Kaliber von Konkurrenten besiegt, wie es Kabayel bereits tat.

Text: Frank Schwantes