Oleksandr Usyk hat seine nächsten Kämpfe skizziert – und Agit Kabayel kommt darin nicht vor. Der deutsche WBC-Interims-Champion reagiert enttäuscht und übt deutliche Kritik am Schwergewichts-König.

Agit Kabayel hat enttäuscht und verärgert auf die jüngsten Aussagen von Schwergewichts-Weltmeister Oleksandr Usyk reagiert. Der Ukrainer hatte kürzlich erklärt, dass er in seinen letzten drei Kämpfen zunächst gegen Kickbox-Star Rico Verhoeven antreten wolle und danach den Sieger des Duells zwischen Fabio Wardley und Daniel Dubois ins Visier nehme. Als möglichen Abschluss seiner Karriere brachte Usyk zudem eine dritte Begegnung mit Tyson Fury ins Spiel.
Für Kabayel, der als WBC-Interims-Champion offiziell Pflichtherausforderer ist, kommt diese Planung einer klaren Abfuhr gleich. Der Bochumer hatte lange auf seine Chance gegen den unumstrittenen Champion gehofft. Im Gespräch mit RTL/ntv und sport.de zeigte sich der 33-Jährige entsprechend frustriert. Besonders stößt ihm auf, dass Usyk seinen Namen in den Zukunftsplänen gar nicht erwähnt habe. Nach Kabayels Einschätzung gehe es dem Champion inzwischen vor allem um lukrative Kämpfe – sportliche Verpflichtungen spielten offenbar eine untergeordnete Rolle.
Dabei sieht sich Kabayel sportlich bestens legitimiert für einen Titelkampf. In den vergangenen Jahren setzte er mit Siegen über Arslanbek Makhmudov, Frank Sanchez und Zhilei Zhang deutliche Ausrufezeichen und arbeitete sich bis an die Spitze der WBC-Rangliste vor. Gerade der vorzeitige Erfolg über Zhang brachte ihm international große Anerkennung.
Wie es nun weitergeht, ist offen. Sollte Usyk die Pflichtverteidigung tatsächlich verweigern, könnte das WBC reagieren – im Extremfall sogar mit der Aberkennung des Titels. Kabayel und sein Team wollen nun zunächst abwarten, wie sich der Verband positioniert. Klar ist jedoch: Ohne klare Perspektive fällt es dem Deutschen schwer, die nächsten sportlichen Schritte zu planen. Ein ursprünglich angedachter Kampf im Mai ist unterdessen vorerst vom Tisch. Kabayel will keinen Aufbaukampf bestreiten, solange seine Situation im Titelrennen ungeklärt bleibt.
Text von Robin Josten