Anthony Joshua hat Tyson Fury beim Sieg gegen Arslanbek Makhmudov genau beobachtet – und dabei nach eigener Aussage klare Schwächen erkannt.

Anthony Joshua hat Tyson Furys Comeback-Sieg gegen Arslanbek Makhmudov im April aus nächster Nähe verfolgt – und dabei nach eigener Aussage nicht nur Stärken gesehen. Der frühere Schwergewichts-Weltmeister saß am Ring, um seinen möglichen Gegner für den großen britischen Showdown später im Jahr genau zu studieren.
Nach Furys Punktsieg forderte der „Gypsy King“ Joshua auf, in den Ring zu kommen. Der 36-Jährige blieb jedoch sitzen. „Die Verträge waren damals noch nicht unterschrieben. Wenn sie unterschrieben gewesen wären, wäre ich in den Ring gegangen“, erklärte Joshua gegenüber DAZN. „Ich war dort auf einer Beobachtungsmission. Ich habe einiges gesehen – Gutes, aber auch Schwächen.“
Joshua selbst kehrt am 25. Juli in Saudi-Arabien gegen Kristian Prenga zurück. Danach soll der Weg zum lange erwarteten Duell mit Fury frei sein. Für einen möglichen nächsten Face-off stellt Joshua bereits klare Bedingungen: „Wenn er will, kann er nach meinem Sieg nach Dschidda kommen. Dann kann er in mein Territorium kommen. Ich bin dort der Hausherr.“
Der Kampf gegen Prenga ist für Joshua allerdings mehr als nur ein Aufbaukampf. Nach dem tragischen Autounfall in Nigeria, bei dem zwei enge Freunde ums Leben kamen, wollte er nicht direkt in das Duell mit Fury gehen. Stattdessen soll der Auftritt gegen Prenga helfen, Selbstvertrauen und alte Stärke zurückzugewinnen.
Dafür hat Joshua sein Trainingsumfeld komplett verändert. Nach der Niederlage gegen Daniel Dubois verließ er Großbritannien und schloss sich in Valencia dem Camp von Oleksandr Usyk an. „Usyk ist der Beste der Welt. Also wollte ich sehen, was er macht und welche Grenzen er verschiebt“, sagte Joshua.
Besonders die Kondition steht im Mittelpunkt. „Eines meiner größten Probleme war meine Ausdauer. Dort geht es nicht einfach um Zirkeltraining, sondern um boxerische Kondition – Sparring, Sandsackarbeit, Schattenboxen und viele Runden, um den Fokus und den Box-IQ zu verbessern.“
Joshua hat andere geschäftliche Projekte vorerst zurückgestellt und konzentriert sich wieder vollständig auf den Sport. „Ich muss wieder auf die Frequenz kommen, bei der all meine Ambitionen auf das Boxen ausgerichtet sind.“ Der Plan ist klar: Erst Prenga schlagen, dann Fury – und dabei möglichst wieder der zerstörerische Joshua früherer Jahre sein.
Text von Robin Josten