Abass Baraou scheitert bei seiner ersten Titelverteidigung in San Juan. Gegen WBO-Champion Xander Zayas findet der Deutsche zu selten in die Nahdistanz – und muss sich trotz starker Schlussrunde nach Punkten geschlagen geben.

Halbmittelgewichtler Abass Baraou (17-2, 9 K.o.) hat seinen WM-Titel nach Version der WBA bei seiner ersten Titelverteidigung wieder verloren. Der Oberhausener unterlag in einem Vereinigungskampf WBO-Weltmeister Xander Zayas (23-0, 13 K.o.) in dessen Heimat Puerto Rico nach Punkten. Baraou zeigte eine beherzte Leistung, hatte aber über weite Phasen des Kampfes Probleme gegen den schnelleren Zayas die Distanz zu verkürzen. Der 23-jährige Puertoricaner boxte von Beginn an diszipliniert, nutzte den Jab zur Distanzkontrolle und war defensiv hellwach.
Baraou brauchte mehrere Runden, um den Kampf etwas mehr zu einem Schlagabtausch und damit mehr in seine Richtung zu ziehen. In den mittleren Runden schaffte es der 31-Jährige so auch öfter Druck aufzubauen. Zayas reagierte darauf aber häufig mit guten Kontertreffern. In der Schlussphase setzte Baraou alles auf eine Karte. Vor allem die zwölfte Runde wurde zu einem actionreichen Spektakel, in dem der Oberhausener die Nase vorn hatte. Doch schlussendlich war es zu wenig, wie auch Baraou nach dem Fight eingestand. Zayas siegte auf zwei Punktzetteln mit 116:112, die eine nicht nachvollziehbare 116:112-Scorecard pro Baraou des deutschen Punktrichters Oliver Brien überstimmten.
Text von Benni Stroka