Daniel Kinahan, einst eine Schlüsselfigur im Boxsport und Berater zahlreicher Spitzenboxer, wurde in Dubai nach internationalen Ermittlungen wegen Geldwäsche und Drogenhandels festgenommen

Daniel Kinahan, der einst von Tyson Fury öffentlich dafür gelobt wurde, einen Multi-Millionen-Euro-Deal über zwei Kämpfe mit Anthony Joshua eingefädelt zu haben, ist in Dubai, Vereinigte Arabische Emirate, verhaftet worden.
Der Mega-Fight zwischen Fury und Joshua kam letztlich nie zustande, doch der Ire baute zuvor ein mächtiges Boxing-Management-Imperium auf, das einige der größten Namen des Sports betreute. MTK Global steuerte die Karrieren von Stars wie Billy Joe Saunders, Carl Frampton und Josh Taylor.
Im Zuge anhaltender Berichte, wonach Kinahan als irischer Verbrecherboss gelten soll, setzte das Transnational Organized Crime Reward Program des US-Außenministeriums in Zusammenarbeit mit der DEA und dem FBI eine Belohnung von 5 Millionen US-Dollar für Hinweise auf Kinahan, seinen Vater Christy Kinahan Sr. sowie seinen Bruder Christy Kinahan Jr. aus. Als Begründung wurden Geldwäsche und Drogenhandel genannt.
US-amerikanischen Unternehmen wurde daraufhin untersagt, Geschäfte mit der Gruppe zu tätigen – ein Umstand, der auch Auswirkungen auf das Boxgeschäft hatte, da Tyson Fury vom US-Promoter Top Rank vermarktet wird.
Kinahan hatte seine Position bei MTK Global bereits vor der Kontroverse niedergelegt, blieb jedoch weiterhin als Berater („Advisor“) für zahlreiche Fighter im Hintergrund aktiv.
Der 48-Jährige zog nach Dubai, nachdem er 2016 einen gescheiterten Anschlag während einer offiziellen Wiegezeremonie (Weigh-in) im Regency Hotel in Dublin überlebt hatte, bei dem sein Vertrauter David Byrne ums Leben kam. Die Festnahme erfolgt, nachdem irische Behörden seine Auslieferung beantragt hatten – unter dem Vorwurf, er sei der Kopf einer internationalen kriminellen Organisation.