Ex-Weltmeister Felix Sturm absolviert bei 40 Grad im Gym die finale Vorbereitung für seine Abschiedsgala „One Last Dance“ am 11. Juli in Stuttgart.

Während Deutschland unter der aktuellen Hitzewelle ächzt, läuft auch die Vorbereitung auf den Abschiedskampf von Felix Sturm auf Hochtouren – und das unter extremen Bedingungen. Im Gym herrschen Temperaturen, die Trainer Sali Yildirim auf den Punkt bringt. „Gefühlt sind es 50 Grad. Es ist wirklich unglaublich heiß“, sagt der Coach. „Trotzdem müssen wir trainieren und uns vorbereiten auf den 11. Juli.“
„Mitten in der Sparringsphase“
Rund anderthalb Wochen vor dem letzten Profikampf des ehemaligen fünffachen Weltmeisters befindet sich das Team in der entscheidenden Phase der Vorbereitung. Der Fokus liegt nun voll auf wettkampfnahen Einheiten. „Wir sind mitten in der Sparringsphase. An drei Tagen pro Woche absolvieren wir Sparring und sind mittlerweile bei acht Runden angekommen. Trainiert wird jetzt fast ausschließlich wettkampfnah: mit Sparring, Partnerübungen, Pratzenarbeit und allem, was im Kampf gefordert wird“, erklärt Yildirim.
Um die enorme Hitzebelastung bestmöglich zu bewältigen, hat das Team den Trainingsrhythmus angepasst. Die intensiven Sparringseinheiten finden bereits am Vormittag statt, bevor die Nachmittagshitze ihren Höhepunkt erreicht. Am Abend folgt eine weitere, deutlich lockerere Einheit. „Wir versuchen die stärkste Sonne zu vermeiden. So können wir die Belastung besser steuern.“
Hitze als zusätzlicher Stress
Dennoch stellt das Wetter eine zusätzliche Herausforderung dar. „Die hohen Temperaturen erschweren natürlich die Vorbereitung. Vor allem die Regeneration leidet darunter. Es ist zusätzlicher Stress für den Körper. Aber wir sind Profis und machen aus den Bedingungen das Beste“, so der erfahrene Coach, der auch Undercard-Boxer Malek Semmo, Gianni Dedic und Mert Caliskan betreut.
Besonders bei Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke sei ein durchdachtes Training entscheidend. Yildirim rät: „Viele machen den Fehler und verzichten auf das Aufwärmen. Gerade das ist aber wichtig. Dazu kommt ausreichend Flüssigkeit, Elektrolyte und man sollte niemals mit leerem Magen trainieren. Außerdem setzen wir bewusst auf kürzere Trainingseinheiten statt auf unnötig lange Belastungen.“
Mit Blick auf den Leistungsstand seines Schützlings zeigt sich der Trainer äußerst zufrieden. „Felix ist in einer richtig guten Verfassung. Athletisch und boxerisch sind wir bereits sehr weit. Die acht Sparringsrunden zieht er sauber durch, die Pratzenarbeit funktioniert hervorragend, seine Schläge sind explosiv und präzise, auch die Beinarbeit ist deutlich besser geworden. Im Großen und Ganzen sind wir fast bereit.“
Feinschliff in der Fight Week
Ganz abgeschlossen ist die Arbeit allerdings noch nicht. In dieser Woche wartet die letzte große Belastungsprobe mit zehn intensiven Sparringsrunden gegen gleich drei wechselnde und dadurch permanent frische Sparringspartner. „Das wird noch einmal richtig hart. Dort überprüfen wir alles, was wir uns für den Kampf vorgenommen haben. Wir wollen sehen, ob unsere taktischen Abläufe gegen den Gegner genauso funktionieren wie geplant. Wenn das passt, werden wir zu 100 Prozent bereit sein.“
In der anschließenden Fight Week wird die Intensität deutlich reduziert. Sparring steht dann nicht mehr auf dem Programm. Stattdessen liegt der Schwerpunkt auf Pratzenarbeit, Technik und Feinschliff, ehe Felix Sturm am 11. Juli in der Stuttgarter Porsche-Arena gegen den Ingolstädter Granit Stein ein letztes Mal als Profiboxer in den Ring steigt.
Der Kampfabend wird in Deutschland exklusiv auf „BILD plus“, in Bosnien exklusiv auf „Face TV“ sowie im Rest der Welt live bei DAZN übertragen.
Text: Pressemitteilung / Sturm Boxing