Holly Holm: WM-Comeback einer Pionierin

Holly Holm ist eine Ikone des Frauenboxens. Nach einer erfolgreichen Ring-Karriere wechselte die Kampfsportlerin zum MMA – ehe die 44-Jährige vor wenigen Monaten überraschend zum Boxen zurückkehrte. Und das mit großen Zielen.

Holly Holm kämpft am Samstag (3. Januar) um die WBA-Weltmeisterschaft im Leichtgewicht. Ihren ersten Kampf nach ihrer Rückkehr zum Boxen gewann die 44-Jährige einstimmig gegen Yolanda Vega. (Foto: Getty Images)

Als sich Holly Holm 2013 aus dem Boxsport zurückzog, befand sich das Frauenboxen in einer ganz anderen Situation als heute. Damals war die Pionierin (34-2-3, 9 K.o.) eine der wenigen, die als Main-Event im Ring auftreten konnten. Inzwischen sind mehr als zwölf Jahre vergangen, seit Holm zuletzt Weltmeisterin im Boxen war. Nach ihrem Rücktritt vor zwölf Jahren widmete sich die „Preacher’s Daughter“ aus Albuquerque, New Mexico (USA), ganz der Herausforderung Mixed Martial Arts. Mit Erfolg, denn Holm wurde UFC-Champion – und damit zur ersten Kampfsportlerin, die sowohl im Boxen als auch im MMA zu Weltmeisterehren kam.

Kämpferin aus Leidenschaft

Am Samstag (3. Januar) wird die inzwischen 44-Jährige erneut um einen WM-Gürtel fighten, allerdings im Frauenboxen. Denn in ihrem zweiten Kampf seit ihrer Rückkehr aus dem Oktagon in den Ring fordert Holm die WBA-Weltmeisterin Stephanie Han heraus. Das Duell steigt im Coliseo Roberto Clemente in San Juan (Puerto Rico) auf der Fightcard von Serrano vs. Tellez und wird von Jake Pauls „Most Valuable Promotions“ veranstaltet, wo Holm unter Vertrag steht. Holm vs. Han ist auf zehn Runden a drei Minuten wie bei den Männern angesetzt und wird von DAZN übertragen.

So wie Holly Holm einst zum MMA wechselte, um neue Herausforderungen zu meistern, kehrte sie vor wenigen Monaten ins Profiboxen zurück, um sich dort erneut zu beweisen. „Ich bin eine Fighterin und liebe es zu kämpfen“, sagte die frühere Weltmeisterin auf einer Pressekonferenz. Sie sei stets ihrer Leidenschaft gefolgt, „wohin sie mich auch geführt hat – jahrelang Boxen und dann ein paar Jahre MMA“.

Limit mit besonderem Reiz

Als sie sah, dass diese Boxerinnen heutzutage inzwischen eine ganz andere Plattform haben, entstand ihr Wunsch nach einem Ring-Comeback. „ Ich möchte Champion werden und zu einem Sport zurückkehren, der mir schon immer Spaß gemacht hat“, so Holm. Die Möglichkeit, nun im Leichtgewicht – einem Limit, in dem sie noch nie geboxt hat – sowie um einen WM-Gürtel zu kämpfen, üben dabei einen besonderen Reiz aus.

Am 15. Juni 2012 besiegte Holly Holm (r.) im Rematch die Französin Anne Sophie Mathis und krönte sich zur Weltergewichts-Weltmeisterin des Verbandes WBF. (Foto: Getty Images)

Ihre Gegnerin Stephanie Han (11-0, 3 K.o.) ist bis dato unbesiegt. Die 35-Jährige aus El Paso, Texas (USA), verteidigt ihren Titel am Samstag zum zweiten Mal. Han eroberte den WBA-Gürtel im Leicht im Februar mit einem Erstrunden-K.o. gegen Hannah Terlep. „Gegen Holly Holm zu kämpfen ist wie ein Traum, der wahr wird“, sagte Han, die Mutter von zwei Kindern ist und als Polizistin arbeitet.

Längst eine Legende

Auch Holm hat Träume. Die Tochter des Predigers Roger Holm möchte erneut Champion in einer Sportart werden, der sie einst mit den Weg bereitete und in der sie Weltmeisterin in drei verschiedenen Gewichtsklassen wurde. Sollte die Pionierin gewinnen, wäre sie die erste und einzige Boxerin, die jemals einen WM-Titel holte, nachdem sie in die International Boxing Hall of Fame aufgenommen wurde (2022).

Weil das Frauenboxen derzeit einen Popularitätsschub erlebt, möchte Holm nicht nur Teil dieses Aufstiegs sein, sondern auch eine Führungsrolle übernehmen. Sie sei immer auf der Suche nach etwas, das sie noch nie bzw. noch niemand anderes gemacht habe. Holm: „Zurückzukommen und einen weiteren Titel in einem anderen Limit zu holen, ist etwas, das mich antreibt.“ Und dafür ist es noch nicht zu spät.

Text: Frank Schwantes

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