Wenn Moses Itauma und Filip Hrgovic am Samstag (29. August) in London um den vakanten WM-Gürtel der IBF im Schwergewicht kämpfen, wird der letzte verbliebene Gürtel der Ära Usyk vergeben.

Am Samstag (29. August) steigt der Schwergewichts-Kracher zwischen Moses Itauma und Filip Hrgovic. In der Londoner 02-Arena kämpfen die beiden Rivalen um den vakanten Gürtel der IBF. Dabei kann Itauma sogar Box-Geschichte schreiben. Mit einem Sieg würde der 21-jährige britische Shootingstar zum jüngsten Schwergewichts-Weltmeister seit Mike Tyson aufsteigen.
Top-Talent – aber nicht unfehlbar
Nach nur 14 Profikämpfen (alle siegreich, davon 12 durch K.o.) erhält Itauma die Chance, sich erstmals zum Champion zu krönen. Der ungeschlagene Brite wird von vielen Experten als das spannendste Schwergewichtstalent seiner Generation gehandelt. Mit seinem explosiven Stil, seiner Athletik und einer beeindruckenden K.o.-Quote hat sich Itauma in kürzester Zeit in die Weltspitze des Schwergewichts vorgearbeitet.
Doch kein Boxer ist völlig unfehlbar, ist er auch noch so talentiert. Somit gibt es bei Itauma ebenfalls Fehler und Schwachstellen, die er und sein Trainerteam aus Ben Davison und Lee Wylie immer wieder versuchen zu korrigieren. Dazu gehört auch sein Streben nach Perfektion. „Das ist ehrlich gesagt tatsächlich eines meiner Probleme“, gesteht Itauma gegenüber „The Ring“. „Ben und Lee sagen mir immer wieder, dass mein Problem darin besteht, dass ich mich zu oft frustrieren lasse. Wenn ich vielleicht eine Chance verpasse oder so, neige ich dazu, mich selbst schnell zu geißeln. Aber ich arbeite daran. Es liegt einfach daran, dass ich ein Perfektionist bin.“
Mehr als ein Kampf um die WM
Es ist zumindest unwahrscheinlich, dass alles perfekt verläuft, wenn Itauma am Samstag gegen Filip Hrgovic (20-1, 15 K.o.) in den Ring steigt. Der 34-Jährige zählt schon seit geraumer Zeit zur erweiterten Weltspitze des Schwergewichts und konnte seine letzten drei Duelle gegen Joe Joyce, David Adeleye und David Allen alle gewinnen.
Für Itauma ist Hrgovic definitiv die bislang härteste Herausforderung seiner Karriere. Zumal auch für den Kroaten, Kampfname „Ekl Animal“, weit mehr als nur ein Titel auf dem Spiel steht: Es geht um die Positionierung an der Spitze einer Schwergewichtsgeneration, die sich auf die Zeit nach Superstar Oleksandr Usyk vorbereitet.
Übertragen wird das Duell um die IBF-Krone am Samstag (29. August) von DAZN. Der Sport-Streamingdienst steigt mit der Fight Card ab 19:30 Uhr live ein. Am Mikrofon kommentieren Uli Hebel, Andreas Selak und Box-Experte Bernd Bönte.
Text: Frank Schwantes