Julio Cesar Chavez jr.: Skandal-Boxer vorerst auf freiem Fuß | BOXSPORT

Julio Cesar Chavez jr.: Skandal-Boxer vorerst auf freiem Fuß

Der frühere Weltmeister Julio Cesar Chavez jr. ist in Mexiko bis zum Prozessbeginn aus der Haft entlassen worden. Der Sohn von Box-Idol Julio Cesar Chavez steht im Verdacht, für das berüchtigte Sinaloa-Kartell gearbeitet zu haben.

Die Inhaftierung von Boxprofi Julio Cesar Chavez Jr. wurde bis zum Prozessbeginn in Mexiko ausgesetzt. Der nächste Gerichtstermin ist für den 24. November angesetzt. (Foto. Getty Images)

Der Fall von Julio Cesar Chavez jr. sorgt weiter für Schlagzeilen. Der Boxprofi wird wegen des Vorwurfs der Verbindungen zu einem Kartell vor Gericht gestellt, doch er kommt bis zum Beginn seines Prozesses aus dem Gefängnis frei. Das teilte sein Anwalt Ruben Fernando Benitez Alvarez mit, nachdem er eine Gerichtsverhandlung in der nordmexikanischen Stadt Hermosillo verließ. Laut „Boxingscene“ bestätigte der Anwalt von Chavez jr. zudem, dass das Gericht weitere Ermittlungen in den nächsten drei Monaten genehmigt habe.

Ermittlungen wegen organisierter Kriminalität

Chavez jr., der seit mehreren Jahren in den Vereinigten Staaten lebte, wurde am 2. Juli von Bundesbeamten vor seinem Haus in Los Angeles festgenommen. Grund dafür war sein abgelaufenes Visum. Außerdem hatte der 39-Jährige bei einem Antrag auf einer Green Card falsche Angaben gemacht. Die Festnahme des Boxprofis erfolgte nur wenige Tage nach dem Kampf gegen Internet-Star Jake Paul in Los Angeles.

Bereits seit 2019 ermittelt die mexikanische Staatsanwaltschaft gegen Chavez jr., als US-Behörden Anzeige gegen das Sinaloa-Kartell wegen organisierter Kriminalität sowie Menschen-, Waffen- und Drogenhandel erstattet hatten. Am 19. August 2025, nach fast anderthalb Monaten in Haft, wurde er aus den USA abgeschoben und an Beamte der Bundesstaatsanwaltschaft im mexikanischen Bundesstaat Sonora übergeben. Diese überführten ihn in das Bundeszentrum für soziale Wiedereingliederung in Hermosillo.

Fall Chavez brachte Stein ins Rollen

Der Fall Chavez jr. führte zu Ermittlungen gegen insgesamt 13 Personen, darunter Ovidio Guzman Lopez – Sohn des verurteilten Drogenbarons Joaquin „El Chapo“ Guzman – sowie einige Mitarbeiter, Auftragskiller und Komplizen der kriminellen Organisation. Guzman Lopez wurde im Januar 2023 verhaftet und acht Monate später an die Vereinigten Staaten ausgeliefert.

Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum sagte, Chavez jr. sei seit 2023 in Mexiko gesucht, aber nicht festgenommen worden, weil er die meiste Zeit in den USA verbracht habe. „Die Hoffnung ist, dass er abgeschoben wird und seine Strafe in Mexiko verbüßen muss“, erklärte Sheinbaum im Juli.

Der Fall um den Skandal-Boxer hat für große Aufmerksamkeit gesorgt, weil die Trump-Regierung Mexiko unter Druck setzt, hart gegen das organisierte Verbrechen vorzugehen. So haben die US-Behörden die Visa verschiedener namhafter mexikanischer Künstler und Prominenter annulliert und die Abschiebungen verstärkt.

Drogen, Trunkenheit, Waffenbesitz

Das Leben des Sohnes von Ring-Legende Julio Cesar Chavez war immer wieder von Skandalen geprägt. So hatte Chavez jr. immer wieder mit Drogenabhängigkeit zu kämpfen und wurde mehrfach verhaftet. Aus dem Schatten seines berühmten und beliebten Vaters konnte er sich während seiner Karriere nie lösen. Zwar besiegte Chavez jr. 2011 den Deutschen Sebastian Zbik und wurde WBC-Weltmeister im Mittelgewicht, doch der Sieg war äußerst umstritten.

Im Jahr 2012 verurteilte ihn ein Gericht in Los Angeles wegen Trunkenheit am Steuer zu 13 Tagen Haft. Anfang 2024 wurde Chavez jr. wegen Waffenbesitzes verhaftet. Kurz darauf ließ man ihn gegen eine Kaution von 50.000 Dollar frei – unter der Bedingung, dass er sich in einer Einrichtung zur Behandlung seiner Sucht begibt.

Text: Frank Schwantes