Kabayel fordert IBF-Champ Hrgovic: „Lass uns kämpfen!“ | BOXSPORT

Kabayel fordert IBF-Champ Hrgovic: „Lass uns kämpfen!“

WBC-Weltmeister Agit Kabayel war beim WM-Coup des Kroaten Filip Hrgovic gegen Moses Itauma in London live dabei – und schickt eine Kampfansage an den neuen IBF-Champion.

Kampfbereit: WBC-Champ Agit Kabayel würde in seinem nächsten Fight auch eine Titelvereinigung gegen den neuen IBF-Weltmeister Filip Hrgovic bestreiten. (Foto: Felix Leichum / DAZN)

Was Agit Kabayel und sein Coach Sükrü Aksu am Samstag in der Londoner O2-Arena zu sehen bekamen, war eine faustdicke Überraschung. Filip Hrgovic schockte die Box-Welt, als er sich im Duell um die vakante Schwergewichts-Krone der IBF gegen den favorisierten Moses Itauma per T.K.o. durchsetzte. Der Jungstar war zunehmend entkräftet und nicht mehr in der Lage, sich zu verteidigen. Nach 2:27 Minuten der neunten Runde warf Itaumas Coach Ben Davison schließlich das Handtuch.

„Hrgovic war sehr gut in Form“

Der Triumph des erfahrenen Kroaten kam für Kabayel nicht völlig überraschend zustande, wie er gegenüber „The Ring“ erklärte. „Vor dem Kampf dachte ich, dass Moses gewinnen würde“, sagte der WBC-Weltmeister im Interview. Doch in der Fightweek kam der WBC-Weltmeister ins Grübeln, denn „Hrgovic war sehr gut in Form“. Darauf schloss Kabayel, dass die Phase im Kampf ab der siebten, achten Runde entscheidend werden würde. Im WM-Fight selbst hätte sich dann gezeigt, dass Itauma zu diesem Zeitpunkt ermüdet war, so der „Leberking“. Und analysierte weiter: „In solch einer Situation fehlt es ihm an Erfahrung.“

Erfahrung besitzt Filip Hrgovic eine ganze Menge. Obwohl der 34-jährige Routinier bis zum Abbruch reichlich Schläge des Jungstars einsteckte, drehte er das Blatt schließlich zu seinen Gunsten. Laut CompuBox teilte Hrgovic 61 Treffer in dieser denkwürdigen WM-Schlacht aus, schluckte aber mehr als doppelt so viele (146) von Itauma. Als dann beim jungen Briten zunehmend die Kräfte schwanden, setzte „El Animal“ mit seiner ganzen Erfahrung den Schlusspunkt.

Duell mit Tyson Fury?

Erstmals in seiner knapp neunjährigen Profikarriere krönte sich Hrgovic damit zum Schwergewichts-Champion – und erhielt umgehend eine Kampfansage. „Gratulation an Filip Hrgovic zum Gewinn der IBF-Weltmeisterschaft“, postete Agit Kabayel. „Wenn du bereit bist, lass uns unsere Gürtel aufs Spiel setzen und darum kämpfen.“ Eine Unification des amtierenden WBC-Champions gegen den neuen Titelträger der IBF würde in Deutschland auf großes Interesse stoßen – und könnte womöglich den Wunsch von Team Kabayel nach einem großen Stadionkampf im Herbst erfüllen.

Jüngst kursierten auch wieder Gerüchte, wonach Tyson Fury einen Kampf gegen den deutschen Leberking ins Auge fassen soll – als Plan B, falls die „Battle of Britain“ gegen Anthony Joshua doch nicht zustande kommt. Der Mega-Fight der beiden Rivalen soll am 20. November im Madison Square Garden in New York (USA) steigen, doch offiziell bestätigt wurde dies noch nicht. Zuletzt kämpfte der „Gypsy King“ im November 2015 auf deutschem Boden, als er Wladimir Klitschko dessen WM-Titel entriss. Kabayel kommentierte die Spekulationen zu einem möglichen Duell mit Fury bei Instagram kurz und knapp mit den Worten: „Schick mir den Ort.“

Hysa provoziert „Leberking“

Ein anderer würde am liebsten sofort gegen den WBC-Weltmeister in den Ring steigen: Nelson Hysa. Die albanische „Eisenfaust“ setzte sich auf der Undercard von Itauma vs. Hrgovic schlagkräftig in Szene, besiegte Thomas Narno aus Norwegen per T.K.o. in Runde zwei – der 23. vorzeitige Erfolg im 25. Profikampf von Hysa. Noch am Ring ging der 41-Jährige auf Kabayel zu, provozierte und geriet mit dem Champion („Kämpfe gegen mich, Bruder – renn nicht vor mir weg“) aneinander. Kabayel forderte Hysa auf, Respekt zu zeigen – und erklärte später: „Er hat nur Unsinn geredet. Ich habe kein Interesse an diesem Typen.“ Pikant: Anfang des Jahres war bereits über ein Duell Hysa vs. Kabayel spekuliert worden, als ein Gegner für den Kampfabend in Oberhausen gesucht wurde. Doch am Ende kreuzte der Bochumer Schwergewichtler mit dem Polen Damian Knyba die Fäuste und siegte durch Technischen K.o.

Fix ist dagegen der Termin für Kabayels Meisterfeier: Am 5. September präsentiert sich der deutsche Ring-Held mit kurdischen Wurzeln seinen Fans im Bochumer Rathaus. „Nächsten Samstag werde ich endlich meinen WBC-Weltmeistergürtel entgegennehmen. Lasst uns diesen historischen Moment gemeinsam feiern!“, teilte Kabayel via Social Media mit. „Ich hoffe, möglichst viele von euch dort zu sehen. Außerdem haben wir ein paar Überraschungen für euch vorbereitet … und wer weiß, vielleicht können wir ja schon meinen nächsten Gegner bekanntgeben.“

Text: Frank Schwantes

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