Olympisches Boxen: Kampf ums Geschlecht

Am Olympiasieg 2024 von Imane Khelif entzündete sich eine Gender-Debatte, die seither andauert. Nun verlangt der Welt-Boxverband „World Boxing“ Geschlechtertests von seinen Athletinnen und Athleten. Bringt das die Lösung rund um die „Causa Imane Khelif“?

Umstrittene Olympiasiegerin: Imane Khelif gewann Gold bei den Spielen in Paris, gab im gesamten Turnier keine einzige Runde ab. (Foto: imago-images / ABACAPRESS)

Ist damit die Kontroverse beendet, die Gender-Debatte im olympischen Boxen? Vielleicht. Der vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) anerkannte Verband World Boxing (WB) hat jüngst seine Richtlinie „Sex, Age and Weight“ veröffentlicht. Regeln zu Geschlecht, Alter und Gewicht für die Teilnahme an Wettkämpfen. Kernstück: Ein verbindlicher Geschlechtertest. Es ist eine Art „Lex Imane Khelif“. Oder: Wie soll mit trans, inter und nicht-binären Personen (TIN-Personen) im olympischen Boxen umgegangen werden? Jetzt und überhaupt.

„Bin eine starke Frau“

Rückblende: Es ist ein Triumph mit Tanzeinlage. Imane Khelif zieht ihre Knie in rascher Abfolge hüfthoch an und zielt dabei mit ihren gestreckten Zeigefingern rhythmisch nach vorne. Ein Jubeltanz um die eigene Achse. Im Ring mit der robusten Vinylplane auf dem Court Philippe Chatrier im Stade Roland Garros. Beim Schlussakt des Boxturniers der Olympischen Sommerspiele im vergangenen August in Paris. Es war der finale Kampf der damals 25-jährigen Weltergewichtlerin aus Algerien. Jedenfalls im Seilgeviert unter den fünf Ringen. Ein glatter 5:0-Punktsieg gegen die chinesische Weltmeisterin Yang Liu. Vor 15.000 Zuschauern – die Atmosphäre frenetisch, elektrisiert, emotionalisiert. Khelif nach ihrem Olympiasieg: „Ich will allen sagen, die gegen mich waren und eine Kampagne gegen mich gestartet haben: Das ist meine Antwort, ich bin eine starke Frau.“ Stark, ja; Frau auch?

Khelif in der Hauptrolle

Vor und vor allem während Spiele eskalierte die Gender-Debatte …

Text von Oliver Rast

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