Winter: „Ein besonderer Ort für den deutschen Boxsport” | BOXSPORT

Winter: „Ein besonderer Ort für den deutschen Boxsport”

Ringside-Zone-Chef Florian Winter spricht über die „Night of the Heavyweights“ in Mannheim, die Rückkehr großer Boxabende in die SAP Arena und die wichtigsten Kämpfe des Events – von Emanuel Odiase bis Peter Kadiru.

Florian Winter will mit der „Night of the Heavyweights“ ein Zeichen für den deutschen Boxsport setzen. Im ersten Teil spricht er über Mannheim, Odiase, Kadiru und die sportliche Substanz der Card.

Hallo Florian, nach Teil eins in Hamburg folgt nun am 15. Mai Teil zwei der „Ringside Series 2026“ in der SAP Arena in Mannheim. Warum habt ihr euch für diesen Austragungsort entschieden?
Wir kommen aus der Region und haben hier einfach sehr gute Beziehungen. Außerdem ist die Arena für den deutschen Boxsport ein besonderer Ort: Die Klitschkos boxten dort mehrfach, auch Felix Sturm stand in der SAP Arena im Ring. Gleichzeitig ist sie eine der modernsten Hallen Deutschlands und der ideale Standort, um unseren Event so umzusetzen, wie wir es uns vorstellen.

Was erwartet die Boxfans dieses Mal in der Arena?
Die Fans erwartet diesmal weit mehr als nur ein einzelner Hauptkampf, wir sprechen ganz bewusst von einem Box-Event. In Mannheim geht es zwar auch um einen Europameistertitel, daneben steht aber eine ganze Reihe weiterer hochkarätiger Duelle auf dem Programm. Insgesamt umfasst die Veranstaltung acht zusätzliche starke Fights – darunter ein WM-Eliminator zwischen Karen Chukhadzhian und Paddy Donovan sowie das Duell Senad Gashi gegen Peter Kadiru, das ebenfalls viel Spannung verspricht.

Sportlicher Höhepunkt soll der Kampf um den EM-Titel der IBF im Schwergewicht zwischen Emanuel Odiase und dem Briten Nick Webb werden. Wie schätzt du Emanuels Chancen ein – und was würde der Titelgewinn für ihn bedeuten?
Ich bin überzeugt, dass Emanuel diesen Kampf gewinnt. Nick Webb bringt viel Erfahrung mit, wirkt nach wie vor topfit und sehr abgeklärt – damit wartet auf Emanuel klar die erste größere Herausforderung. Trotzdem traue ich ihm zu, jeden zu schlagen, also auch Webb. Ein Titelgewinn wäre der nächste wichtige Schritt: Mit dem EM-Titel würde Emanuel entweder direkt oder spätestens mit der ersten Titelverteidigung in Richtung Top 15 der IBF-Rangliste rücken. Genau das wäre für ihn dann der entscheidende Step-up.

Eine interessante Konstellation bietet das Heavyweight-Duell zwischen Peter Kadiru und Senad Gashi. Warum ist ausgerechnet er der geeignete Prüfstein für Kadiru?
Senad Gashi passt für diesen Schritt sehr gut, weil er enorm viel Erfahrung mitbringt. Er steht bei 38 Kämpfen, hat bereits gegen starke Namen im Ring gestanden und agiert sehr abgeklärt. Genau deshalb sehe ich in ihm den bislang größten Prüfstein in Peters Karriere. Dazu kommt, dass Gashi auch als Name Reichweite erzeugt. Er ist bekannt, zieht Aufmerksamkeit und sorgt damit nicht nur sportlich für eine echte Standortbestimmung, sondern auch medial für mehr Interesse. Das merken wir deutlich an den Social-Media-Zahlen und an den Interaktionen. Für uns zählt, starke und attraktive Duelle auf die Beine zu stellen – und genau das trifft auf diesen Kampf zu.

Alexander Okafor bestreitet seinen vierten Profikampf und boxt im Cruiser um die Deutsche Meisterschaft. Welches Potenzial siehst du in ihm?
In Alexander steckt großes Potenzial. Er bringt fast 130 Amateurkämpfe mit und wirkt auf mich auch in seiner Art wie gemacht fürs Profiboxen. Dazu kommt, dass er das Thema Social Media verstanden hat und damit genau den Zugang mitbringt, den der Sport heute braucht, um auch für eine jüngere Zielgruppe attraktiver zu werden. Spannend finde ich vor allem, dass er schon im vierten Profikampf eine echte Herausforderung annimmt. Mit Elija Ülküseven trifft er auf einen Gegner, der 8:0 steht, permanent Druck macht und gerade deshalb sehr unangenehm zu boxen ist. Alex weicht so einem Gegner aber nicht aus – und genau das sagt viel über sein Potenzial und seine Einstellung aus.

Interview von Frank Schwantes

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