Oleksandr Usyk legt seine WM-Gürtel nieder. Nun muss der WBC entscheiden, ob Agit Kabayel direkt zum Weltmeister ernannt wird.

Paukenschlag im Schwergewicht: Oleksandr Usyk hat per Instagram bekannt gegeben, dass er seine WM-Titel niederlegen wird. Damit ist klar: Der zuvor vom WBC angeordnete Pflichtkampf gegen Agit Kabayel wird nicht mehr stattfinden. Für den deutschen Interimsweltmeister könnte diese Entscheidung nun historische Folgen haben.
Der 39-jährige Ukrainer war zuletzt vom WBC verpflichtet worden, seinen Titel gegen Kabayel zu verteidigen. Beide Lager hatten bis zum 30. Juni Zeit, sich auf den Kampf zu einigen. Doch ernsthafte Verhandlungen kamen offenbar nicht zustande. Stattdessen zieht Usyk nun den Schlussstrich unter seine Titelherrschaft und macht den Weg für eine Neuordnung an der Spitze des Schwergewichts frei. Laut mehreren Berichten will Usyk nicht zwingend sofort zurücktreten, sondern könnte noch einen letzten Kampf bestreiten.
Für Kabayel ist die Lage nun besonders spannend. Als WBC-Interimsweltmeister ist der Bochumer der naheliegende Kandidat für eine Aufwertung zum regulären Champion. Sollte der Verband diesen Weg wählen, wäre Kabayel der erste deutsche Schwergewichts-Weltmeister seit Max Schmeling. Alternativ könnte der WBC auch einen Kampf um den vakanten Titel anordnen. Zuletzt wurde auch Tyson Fury als möglicher Kandidat genannt, da er in der WBC-Rangliste weiterhin eine prominente Rolle spielt.
Kabayel hat sich seine Position mit starken Leistungen erarbeitet und wartete seit Monaten auf seine große WM-Chance. Nun könnte er dem Ziel näher sein als je zuvor – allerdings nicht durch den erhofften Kampf gegen Usyk, sondern durch dessen freiwilligen Titelverzicht.