Ryan Garcia sorgt in Los Angeles für Wirbel. Mario Barrios bleibt ruhig – und kündigt für den 21. Februar in Las Vegas einen Kampf ohne Ausreden an.

Ryan Garcia hat die erste Pressekonferenz in Los Angeles zu seinem Auftritt gemacht. Er unterbricht, ruft in den Saal, verteilt T-Shirts und verlässt zwischendurch sogar kurz das Podium. Damit setzt er früh den Ton vor dem WBC-Titelkampf im Weltergewicht gegen Mario Barrios, der am 21. Februar in der T-Mobile Arena in Las Vegas stattfindet.
Statt lange über Taktik zu sprechen, schiebt Garcia eine andere Geschichte nach vorn: Joe Goossen, sein früherer Trainer, arbeitet jetzt für Barrios. Garcia stellt das als persönlichen Bruch dar und sagt zu Goossen: „Du hast mir das Herz gebrochen, Joe.“ Goossen versucht, das Drama zu entschärfen. Er erklärt, er habe keinen Groll und konzentriere sich nur auf seinen Boxer: „Mein Ziel ist wie bei jedem Kampf – mein Fighter soll gewinnen.“
Garcia treibt die Szene dennoch weiter. Er wirft Goossen ein Shirt mit der Aufschrift „I AM A TRAITOR“ zu. Goossen wirft es zurück, ohne große Reaktion. Barrios verfolgt das Ganze gelassen und kommentiert schließlich: „Das wird hier zum Zirkus.“ Als Barrios dann selbst spricht, wird er deutlich. Er sagt, er finde es gut, wenn Garcia wirklich voll fokussiert sei. Dann gebe es am Kampfabend keine Ausreden: Er wolle ihn am 21. Februar schlagen, egal wie sehr Garcia vorher die Show sucht.
Garcia zeigt zum Schluss aber auch eine ungewohnt klare Seite. Er spricht über seine letzten Auftritte und sagt, er müsse nach Rückschlägen nach vorn schauen. Er kündigt an, „locked in“ zu sein, warnt sich selbst vor Barrios’ Gefahr – und verspricht die beste Version seiner selbst.
Text von Robin Josten