Oleksandr Usyk muss WBO-Interims-Champion Joseph Parker boxen – oder der Ukrainer riskiert den Verlust des WBO-Titels.

Der nächste große Schwergewichts-Kracher steht in den Startlöchern! Die WBO hat offiziell ein Titelduell zwischen dem unangefochtenen Weltmeister Oleksandr Usyk und dem neuseeländischen Interims-Champion Joseph Parker angeordnet. Die Verhandlungen sollen in Kürze beginnen – sollte es zu keiner Einigung kommen, wird ein Purse Bid folgen.
Parker, einst selbst WBO-Weltmeister, hat sich mit einer Siegesserie von sechs Kämpfen wieder nach ganz oben geboxt. Zuletzt beeindruckte er mit einem krachenden K.o. gegen Martin Bakole, zuvor bezwang er unter anderem Deontay Wilder und Zhilei Zhang. Mit 36 Siegen (24 K.o.) zählt der Neuseeländer aktuell zu den formstärksten Schwergewichten der Welt und wird von The Ring auf Platz drei geführt.
Usyk, der kürzlich Daniel Dubois in der fünften Runde spektakulär stoppte, hält aktuell alle vier großen Titel und wird als Nummer eins im Pound-for-Pound-Ranking gehandelt. Ob er die Pflichtverteidigung gegen Parker antritt oder stattdessen ein drittes Mega-Duell mit Tyson Fury anstrebt, ist noch offen – weigert er sich, droht ihm der Verlust des WBO-Gürtels.
Für Parker wäre ein Sieg gegen Usyk die Krönung seines Comebacks. Für Usyk geht es um nichts weniger, als seine historische Regentschaft im Schwergewicht fortzusetzen. Der Leidtragende eines Duells zwischen Usyk und Parker wäre mal wieder Agit Kabayel. Der deutsche Schwergewichtler forderte Usyk nach dessen Sieg über Dubois selbst heraus. Stellt sich die Frage, warum der WBO-Interims-Weltmeister eigentlich mehr Recht auf einen Undisputed-Showdown hat, als der Interims-Weltmeister des WBCs.
Text von Robin Josten