Simon Zachenhuber boxt am Samstag (25. Juli) um die WM im Supermittelgewicht. Der „Matador“ aus Erding fordert in seinem bislang größten Titelfight WBO-Champ Hamzah Sheeraz heraus.

Simon Zachenhuber absolvierte seine letzten Sparringseinheiten erfolgreich, dann reiste er vor wenigen Tagen ab nach Saudi-Arabien. Dort, im „Jeddah Sperdome“ der gleichnamigen Stadt (dt.: Dschidda), trifft der deutsche Supermittelgewichtler am Samstag (25. Juli) auf WBO-Weltmeister Hamzah Sheeraz. Das Duell steigt als Co-Main-Event auf der Fightcard von Joshua vs. Prenga und dürfte dem „Matador“ aus Erding die größte Aufmerksamkeit seiner bisherigen Box-Karriere bescheren.
„Kenne auch seine Schwächen“
„Wenn ich darüber nachdenke, ist es ein Traum, der jetzt in Erfüllung geht, dass wir um die WM boxen“, sagte Zachenhuber im Interview mit DAZN. Um eine WM zu kämpfen sei immer das gewesen, was er wollte. Und nun wolle er mehr: „Man will den Kampf auch gewinnen.“ Er und sein Trainer Conny Mittermeier kennen die eigenen Stärken genau, ebenso die von Sheeraz – „aber auch seine Schwächen. Deshalb rechnen wir uns schon etwas aus und sind überzeugt, dass wir den Kampf gewinnen können.“
Zachenhuber (29-1-0, 18 K.o.), der früher kickboxte, nahm in seiner Laufbahn als Boxprofi eine Stufe nach der anderen. Zunächst Deutscher Meister, dann Junioren-Weltmeister. Es folgten Europameisterschaften bei verschiedenen Verbänden. „Seit 2023 stehe ich bei den großen Boxverbänden, unter anderem bei der WBO, in den Top-10 beziehungsweise Top-15 der Weltrangliste“, erklärt der ehemalige Teilnehmer der RTL-Show „Let’s Dance“. Aktuell listet ihn die WBO auf Platz sieben.
Niederlage ausgemerzt
Nun also kommt es zum WM-Showdown mit Hamzah Sheeraz (live bei DAZN ab 15.00 Uhr). Der Brite (23-0-1, 19 K.o.), der als einer kommenden Stars gilt und als Favorit in den Fight gegen Zachenhuber geht, gewann den zuvor vakanten WBO-Gürtel im Mai dieses Jahres. Wenige Wochen zuvor kassierte der 29-jährige Deutsche die erste Niederlage seiner Karriere, allerdings unter schwierigen Bedingungen. Auf der Fury-Undercard verlor Zachenhuber einen Sechsrunder im Tottenham Hotspur Stadium gegen Pawel August nach Punkten. „Der ist leider schiefgegangen“, rekapituliert er. „Aber für mich war entscheidend, danach direkt wieder ins Kämpfen zu kommen, die Niederlage auszumerzen, einen Haken dahinter zu machen und weiterzumachen.“
So kam es auch: Am 27. Juni stieg der „Matador“ in Köln in den Ring und besiegte Armin Ajrulai durch Aufgabe in der Vierten. Wenige Tage zuvor hatte sein Team den WM-Kampf gegen Sheeraz bereits angenommen. Doch statt das Duell mit Ajrulai abzusagen und kein Risiko zu gehen, stellte sich Zachenhuber („Ich war selbstbewusst genug“) dieser Aufgabe und löste sie souverän.
„Ich werde Vollgas geben“
„Er ist nicht umsonst die Nummer eins und Weltmeister“, sagt Deutsche, der seit diesem Jahr auch von Goldstar Promotions (Spencer Brown) gemanagt wird, über seinen nächsten Gegner. Doch bei allem Respekt vor Sheeraz verspricht Zachenhuber: „Ich werde alles geben, mein Herz in die Hand nehmen und mich nicht verstecken. Ich werde nach vorne gehen, Vollgas geben und alles daransetzen, den Kampf für mich zu entscheiden.“ Zumal der Erdinger in der Rechtsauslage boxt, was für den amtierenden Champion zu einer Herausforderung werden könnte. „Wir nehmen die Außenseiterrolle an“, sagt Simon Zachenhuber selbstbewusst. „Und dann heißt es einfach: Auf geht’s!“
Text: Frank Schwantes