Kampf gegen Usyk – oder kampflos zum WM-Titel? Agit Kabayel steht eine spannende Zeit bevor! BOXSPORT sprach mit Manager Lasse Krüger über komplizierte Verhandlungen, erfolgreiche Social-Media-Aktionen und den besonderen Spirit im Team Kabayel.

Lasse, auf Wunsch von Turki Al-Sheikh ist Agit Kabayel zum WM-Kampf zwischen Oleksandr Usyk und Rico Verhoeven gereist. Dort hat Agit im Anschluss Usyk direkt herausgefordert. War die Promotion in eurem Sinne?
Der WM-Kampf zwischen Agit und Oleksandr Usyk wurde inzwischen offiziell angeordnet, und genau darum ging es. Das Face-off-Video, das wir vor Ort in Gizeh gedreht haben, erzielte über fünf Millionen Aufrufe. Auch im internationalen Vergleich ist das eine Zahl, die nicht viele erreichen. Insofern war die Promotion aus unserer Sicht ein voller Erfolg. Das Wichtige ist aber, dass Turki Al-Sheikh zwei Tage später noch mal selbst erklärt hat, dass Agit als Interims-Weltmeister der nächste Gegner von Usyk sein soll. Insofern war das alles eine runde Sache.
Kurz darauf nahm WBC-Präsident Mauricio Sulaiman den Ukrainer in die Pflicht und erklärte, dass er 30 Tage Zeit habe, um den WM-Kampf gegen Agit anzunehmen. Inkludiert diese Frist auch die Verhandlungen?
Usyk hat 30 Tage, um den Kampf zu akzeptieren. Dieser soll dann innerhalb von sechs Monaten stattfinden. Nach meiner Einschätzung wird er das sportlich angehen. Ich glaube nicht, dass Usyk plötzlich sagt, er sei verletzt und brauche noch einmal drei Monate Aufschub. Wenn man sieht, wie er damals mit der Situation um Fabio Wardley (Usyk legte den WBO-Titel nieder, anstatt gegen Wardley eine Pflichtverteidigung zu bestreiten; d.Red.) umgegangen ist, lief das sehr glatt, als klar war, dass er den Kampf nicht machen wollte. So läuft im Moment auch die Kommunikation. Spencer Brown und Queensberry stehen im Austausch mit dem Usyk-Team und fragen ganz klar: Wollt ihr den Kampf oder wollt ihr ihn nicht?

Agit Kabayel hatte kurz zuvor ein weiteres Video gepostet, in dem er sagt: „I think it’s time to push the horses“ – es ist Zeit, die Pferde anzutreiben. Das spielt auf eine Aussage Usyks an, als er bei einer hitzigen Pressekonferenz mit den Worten „Don’t push the horses“ die Gemüter beruhigen wollte. Gemeint hatte er: nur nicht überstürzen, keine Eile.
Wir haben eine „Push the horses“-Kampagne gestartet nach dem Motto: Wir warten auf Usyk. Die Idee für das Video entstand tatsächlich sehr schnell: innerhalb eines Tages Konzept, Dreh, Umsetzung – und dann direkt raus damit. Für uns ging es darum, Agit einen Push zu geben und ihn auch international als jemanden zu positionieren, der Humor hat und gleichzeitig Leute auf seine Art und Weise unterhaltsam herausfordern kann.
Unsere erstes „Push the horses“-Video erreichte in kürzester Zeit zweieinhalb Millionen Aufrufe. Und …
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