Statt eines Duells mit Jai Opetaia zeichnet sich für Noel Mikaelian nun ein Titelkampf gegen David Benavidez ab. Die Verhandlungen laufen bereits auf Hochtouren.

David Benavidez könnte schon bald den nächsten großen Schritt auf dem Weg zum unumstrittenen Cruisergewichts-Weltmeister machen. Wie BoxingScene berichtet, befinden sich die Teams des WBA- und WBO-Champions sowie des WBC-Titelträgers Noel Mikaelian in fortgeschrittenen Verhandlungen über einen Vereinigungskampf im Herbst. Demnach führten die Promoter Sampson Lewkowicz und Don King bereits intensive Gespräche, um eine Einigung zu erzielen. Lewkowicz zeigte sich optimistisch, dass der Deal zeitnah abgeschlossen werden kann. „Wir erwarten, dass wir sehr bald eine Einigung erzielen“, erklärte der langjährige Benavidez-Promoter.
Für den ungeschlagenen US-Amerikaner geht es dabei um weit mehr als nur einen weiteren Titel. Benavidez verfolgt seit seinem Aufstieg ins Cruisergewicht das Ziel, alle großen Gürtel der Gewichtsklasse zu vereinen. „Wir kämpfen nicht für Trophäen sondern für Titel. Wir kämpfen für das Vermächtnis von David Benavidez“, sagte Lewkowicz. „Opetaia bietet aktuell nichts außer einem guten Kampf.“ Mit dieser Aussage spielte der Promoter auf die zuletzt diskutierte Möglichkeit an, dass Mikaelian stattdessen gegen Ring-Champion Jai Opetaia antreten könnte. Der WBC hatte jedoch Ende Mai angeordnet, dass Mikaelian zunächst mit Benavidez über einen Vereinigungskampf verhandeln muss.
Undisputed in Reichweite
Noel Mikaelian hatte sich den WBC-Titel erst im vergangenen Dezember durch seinen Revanche-Sieg gegen Badou Jack zurückgeholt. Nun könnte der Armenier vor der größten Herausforderung seiner Karriere stehen. Benavidez reist mit einer makellosen Bilanz von 32 Siegen in 32 Kämpfen in die möglichen Verhandlungen. Der 29-Jährige hatte Anfang Mai Gilberto Ramirez spektakulär in sechs Runden gestoppt und sich dadurch die WBA- und WBO-Titel gesichert.
Sollte der Kampf zustande kommen und Benavidez gewinnen, wäre er nur noch einen Titel vom Status des unumstrittenen Weltmeisters entfernt. Um den vakanten IBF-Gürtel sollen künftig Chris Billam-Smith und Viddal Riley boxen. Damit könnte sich im Cruisergewicht eine spannende Konstellation entwickeln. Zunächst richtet sich der Fokus jedoch auf die Verhandlungen mit Mikaelian. Gelingt die Einigung, wartet im Herbst einer der bedeutendsten Vereinigungskämpfe des Jahres.
Text von Robin Josten