Nachdem der Weltverband WBC Agit Kabayel zum Weltmeister hochgestuft hat, geht es nun um die Planung des nächsten Fights in Deutschland.

Für Agit Kabayel ist ein wenig Entspannung angesagt. Der neue WBC-Weltmeister im Schwergewicht weilt zu einem Kurzurlaub in Spanien und versucht, die jüngsten Geschehnisse zu verarbeiten. „Ich brauche noch ein wenig Zeit, um das alles zu realisieren“, wandte sich Kabayel in einem Video an seine Fans. „16, 17 Jahre harte Arbeit – und endlich sind wir am Ziel angekommen.“
Nachdem Oleksandr Usyk vor wenigen Tagen seine WM-Titel (WBC, IBF und WBA Super) niedergelegt hat, wurde der „Leberking“ aus dem Ruhrpott vom WBC zum neuen Champion in der „Königsklasse“ hochgestuft. Kabayel gelang damit Historisches, ist 94 Jahre nach Max Schmeling der erste Schwergewichtsweltmeister aus Deutschland.
Doch wie geht es nun weiter? Fakt ist: Ein Titelkampf gegen Usyk ist nun passe. Als Nächstes will Kabayel im Herbst in einem deutschen Stadion in den Boxring steigen, um seinen WBC-Gürtel zu verteidigen. Ob dies eine freiwillige oder eine Pflicht-Verteidigung wird? „Das muss die WBC entscheiden und ist mir ehrlich gesagt egal“, sagt der deutsche Schwergewichts-Star auf BOXSPORT-Nachfrage. „Ich will nur kämpfen.“
Im Hintergrund arbeitet Kabayels Team bereits an der Planung des nächsten Fights. Beim Blick in die WBC-Rangliste zeigen sich Namen wie Tyson Fury (Nr. 1), Moses Itauma (3), Anthony Joshua (5) oder Deontay Wilder (7), die theoretisch für ein WM-Duell mit dem neuen Titelträger aus Deutschland infrage kommen. Doch „dieses Thema überlasse ich meinem Management“, so Kabayel gegenüber BOXSPORT. „Klar ist: Ich suche immer die größte sportliche Herausforderung. Das Problem in der Vergangenheit war, dass dies bei den Gegnern nicht immer der Fall war. Aber wir werden sehen, was kommt …“
Zu den größten sportlichen Herausforderungen gehören im Profiboxen Titelvereinigungskämpfe. Der Brite Daniel Dubois regiert aktuell als Champion bei der WBO, während die WM-Titel der Verbände IBF und WBA zunächst vakant sind. Kabayel reizt es, weitere WM-Gürtel zu gewinnen. „Zu hundert Prozent“, wie er bestätigt. Doch das ist noch Zukunftsmusik. „Erst einmal will ich meinen Gürtel verteidigen – und dann weitere dazugewinnen“, so der unbesiegte 33-jährige WBC-Weltmeister.
Fühlt er sich im Moment seines größten sportlichen Triumphes Max Schmeling gegenüber besonders „verpflichtet“? „Max Schmeling hat mir ja nicht geholfen“, sagt Kabayel. „Aber ich finde es schön, dass sein Name nun so oft fällt und er so nicht vergessen wird, denn er hat Großes geleistet.“
Text: Frank Schwantes
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