Arminius Rolle: Das „German Box-Wunderkind“ greift wieder an | BOXSPORT

Arminius Rolle: Das „German Box-Wunderkind“ greift wieder an

Arminius Rolle, mit 15 Jahren Deutschlands jüngster Boxprofi, kämpft wieder am 3. Oktober in Hamburg bei „Boxen im Norden“. Außerdem ist eine TV-Doku über den ambitionierten Spross einer Berliner Box-Familie erschienen.

Der 15-jährige Arminius mit seinem Vater Robert Rolle nach seinem Profidebüt am 31. Mai in Nürnberg. (Foto: privat)

Nun ist es raus: Arminius Rolle, Deutschlands jüngster Boxprofi, steigt wieder in den Ring. Zu seinem zweiten Profi-Fight. In Hamburg auf St. Pauli in der „Großen Freiheit 36“ bei „Boxen im Norden“. Am 3. Oktober, am deutschen Nationalfeiertag. Das ist nicht alles: Das 15-jährige Supertalent ist Hauptprotagonist einer einstündigen TV-Dokumentation. Ein filmisches Portrait einer jungen Laufbahn – voller Szenen, voller Emotionen, voller Infos.

Gute Figur auf Leinwand

Der Streifen beginnt so: Tief ist der Blick ins dunkle Universum, zwei, drei, vier Planeten rauschen vorbei, zersprengen, machen die Sicht auf die Erde frei, der Zoom fällt auf ein Land, ein greller Spot auf Deutschland. Und, die Botschaft: Große Namen hat der Boxsport hierzulande hervorgebracht. Ein weiterer könnte einen festen Platz in der Galerie der virtuosen Meister bekommen. Geschichte schreiben. Nicht sofort, in ein paar Jahren. Klar ist, so der dramatische Doku-Titel: „Der Feldzug hat begonnen.“

Was sagt der, der im Zentrum der Produktion (von KucabFilm) steht? „Noch vor ein paar Monaten war es für mich undenkbar, eine eigene Doku über mich zu sehen, einfach super“, so Arminus Rolle im Gespräch mit BOXSPORT. Alle relevanten Etappen seines sportlichen Werdegangs sind in einem klassischen Visual-Storytelling-Format verarbeitet. Auch Passagen vom Schachboxen, schließlich ist der Protagonist nebenbei Doppelweltmeister in dieser Doppeldisziplin. Kurzum, das Filmwerk ist eine Art cineastische Visitenkarte des Musterknaben aus Rudow in Berlin-Neukölln; über einen, über den es bereits einige Schlagzeilen gibt.

Deutschlands jüngster Boxprofi beim Schachboxen. Hier wurde Arminius Doppelweltmeister. (Foto: privat)

Ein Aufreger: Als Teen im Ring bei den Profis stehen – geht das überhaupt, ist das erlaubt? Mit einer Sondergenehmigung des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB) schon. Logisch, und mit Einverständnis der Eltern. Die Auflagen sind indes streng. Zwei Profikämpfe darf der Junge laut BDB im Jahr absolvieren. Höchstens. Ferner musste er vor Verbandsverantwortlichen vorboxen, sorgsam begutachtet von Ärzten. Ergebnis: alles top!

Debüt mit Bravour

Das alles top ist, hatte Arminius bereits am 10. Mai demonstriert. In Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt. Beim Kampfabend „Die Nacht, die kracht“, veranstaltet von Uwe Schuster und seiner Commander Box Promotion. Eine Generalprobe, ein Showkampf, den der ambitionierte Jungspund nach Punkten gewann.

Drei Wochen später dann das offizielle Debüt bei der „Boxclub 1. FCN Warriors Night“ in Nürnberg. Im Weltergewicht bis 67 Kilogramm. Ein Fight angesetzt auf vier Runden. Sein Gegner Constantin Albrecht, 22, gleichfalls Debütant, gleichfalls Schachboxer. Aber chancenlos. Athletisch, konditionell, mental – und vor allem boxerisch. Der junge Rolle dominierte das Duell von der Ringmitte aus, stand stabil, agierte aus einer gesicherten Doppeldeckung, stieß explosionsartig vor, landete klare und harte Hände. Das Resultat: Technischer Knockout in Runde zwei.

Siegreiches Debüt: Arminius Rolle (v.) jubelt nach seinem T.K.o.-Sieg in der 2. Runde. Das Duell mit Constantin Albrecht (h.) war auf vier Runden angesetzt. (Foto: privat)

Punch mit Köpfchen

Das hat Thomas Nissen überzeugt. „Arminius ist ein großartiger Junge“, sagt der Promoter von „Boxen im Norden“ gegenüber BOXSPORT. Ein Spross aus einer bekannten Berliner Sportlerfamilie. „Der Boxsport liegt ihnen im Blut.“ Vater, Trainer, Manager und Mentor Robert Rolle war IBF-Europameister im Halbschwergewicht; Mutter Eva Rolle war die erste deutsche Promoterin. Arminius sei nicht nur sportlich ein Talent, betont Nissen, auch schulisch ein Ass. Als einer der Klassenbesten eines Elitegymnasiums. Dabei sei er aber kein abgehobener Streber; nein, der Teenager stehe mit beiden Beinen auf dem Boden. Standfest mit seinen 1,80 Metern Körpergröße.

Aktuell fightet Arminius im Leicht- bzw. Weltergewicht, dürfte in den kommenden Jahren ins Mittelgewicht aufsteigen, prognostiziert Nissen. „Wir sind sehr stolz, dass sich Arminius und Robert Rolle ganz bewusst für uns, für ‚Boxen im Norden‘ entschieden haben.“ Ein richtig starker deutscher Bursche aus der Hauptstadt, „so jemanden sieht man selten“.

Meilenstein und neues Kapitel

Für die Rolles ist der Auftritt in der „Großen Freiheit 36“ am 3. Oktober ein Meilenstein. Oder wie Robert Rolle auf BOXSPORT-Nachfrage sagt: „Eine große Bühne für Arminius.“ Und vor allem: Dass sich seriöse Promoter wie Thomas Nissen für seinen Schützling interessierten, belege eins: Sein Sohn werde ernstgenommen und wertgeschätzt. Vor einem sachkundigen Publikum könne er sich präsentieren, seine Klasse unter Beweis stellen. In einem Clinch über maximal sechs Runden.

Und daran lässt das „German Box-Wunderkind“ aus dem Profizirkus keine Zweifel: „Ich werde megafit sein auf dem Kiez in St. Pauli, die Zuschauer von meinem Kampfstil begeistern – und den Fight für mich entscheiden, den Knockout suchen, fraglos.“ Übersetzt: Arminius Rolle arbeitet an neuen Filmsequenzen, für ein weiteres Kapitel in seiner „Feldzug“-Story.

Text: Oliver Rast

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen
Das 15-jährige Supertalent ist Hauptprotagonist einer einstündigen TV-Dokumentation.