Zuletzt mehrten sich Hinweise, dass die für November geplante „Battle of Britain“ zwischen Tyson Fury und Anthony Joshua in den USA stattfinden soll. Doch dazu hat Promoter Eddie Hearn eine andere Meinung.

Das geplante Giganten-Duell im Schwergewicht zwischen Tyson Fury und Anthony Joshua sorgt weiter für reichlich Spekulationen. Der Weg zum Kampf „AJ“ vs. Fury war von vornherein alles andere als einfach. Zwar wurden Verträge unterzeichnet, wonach die beiden britischen Rivalen Ende 2026, voraussichtlich im November, endlich gegeneinander antreten sollen. Doch darüber hinaus ist kaum etwas bestätigt.
Zunächst andere Aufgaben
Zunächst müssen die Rivalen noch „Stay-busy“-Fights austragen. Während Joshua (29-4, 26 K.o.) am 25. Juli in Saudi-Arabien auf Underdog Kristian Prenga (20-1, 20 K.o.) trifft, soll Fury (35-2-1, 24 K.o.) im August mit Nelson Hysa den Ring teilen. Der 41-jährige Hysa (24-0, 22 K.o.) alias der „Albanische Adler“ war zuletzt als möglicher Gegner von Agit Kabayel im Gespräch. Doch schließlich trat der deutsche Schwergewichts-Star im Januar in Oberhausen gegen den Polen Damian Knyba an.
Erledigen die beiden Ex-Champs ihre vorgesehenen Aufgaben erfolgreich, bleibt vor allem noch die Frage offen, wo die heißersehnte „Battle of Britain“ stattfinden soll. Unklar scheint außerdem, wer eigentlich der offizielle Veranstalter ist.
Welche Rolle spielt Dana White?
Eddie Hearn geriet am vergangenen Wochenende unter Beschuss von Dana White, wie BoxingScene berichtet. Der Chef von Zuffa Boxing deutete an, dass er es sei – und nicht Hearn oder Furys Promoter Frank Warren –, der hinter den Kulissen neben Finanzier Turki Al-Sheikh die wichtigsten Fäden zieht.
Seitdem gibt es Spekulationen, dass der Kampf in den USA und nicht in Großbritannien stattfinden wird. Als Location wurde das SiFo Stadium in Los Angeles ins Gespräch gebracht. Eine der spektakulärsten Sportstätten der Welt, die Platz für bis zu 100.000 Zuschauer bietet und aktuell zu den Austragungsorten der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 gehört.
Hearn erklärte letzte Woche, dass Joshua vs. Fury in den USA stattfinden könnte, da die Wetterbedingungen dort gegen Ende des Jahres weniger unbeständig seien als in Großbritannien. Nun deutete er jedoch an, dass für eine Austragung des Mega-Kampfes in Übersee bestimmte Klauseln in den unterzeichneten Verträgen geändert werden müssten.
„Der Vertrag sieht ausdrücklich vor …“
„Es gab einige Gerüchte, dass der Fight in den USA stattfinden könnte“, stellte Hearn gegenüber BoxingScene klar. „Der Vertrag sieht ausdrücklich vor, dass der Kampf in Großbritannien stattfinden muss.“ Derzeit gebe es keine offizielle Bestätigung, die anders lauten.
Ungewöhnlich erscheint jedenfalls, dass weder der Promoter von Matchroom (Hearn) noch der von Queensberry (Warren) federführend bei der Battle of Britain sein soll, sondern Zuffa-Boss White. Alles andere als ungewöhnlich dagegen wäre es, wenn ein solcher Mega-Fight im Herbst auf der Insel stattfindet. Denn schlechte Wetterbedingungen sind für die dortigen Boxfans kein Argument, einem solchen Box-Event fern zu bleiben. Das Tauziehen um Joshua vs. Fury bleibt in den nächsten Wochen jedenfalls spannend.
Text: Frank Schwantes