Was macht eigentlich Gervonta „Tank” Davis?

Ex-Weltmeister Timothy Bradley zweifelt an Davis’ Motivation: Nach privaten Problemen und schwacher Form sei „Tank“ am Ende seiner Karriere.

Eigentlich war für den 16. August das Rematch zwischen Davis (r.) und Roach (l.) geplant. Aufgrund einer Festnahme von „Tank“ wurde dieser Termin allerdings abgesagt. (Foto: imago-images / ZUMA Press Wire)

Hat Gervonta „Tank“ Davis innerlich bereits mit dem Boxen abgeschlossen? Wenn es nach Ex-Weltmeister und Hall-of-Famer Timothy Bradley geht, lautet die Antwort: Ja. „Tank ist fertig“, erklärte Bradley nach der letzten Top Rank-Übertragung in der Theater at Madison Square Garden gegenüber The Ring. „Er hat die Handschuhe ausgezogen, sie an den Nagel gehängt – er ist durch.“

Bradley, der Davis’ boxerisches Talent weiterhin schätzt, sieht seit dem Unentschieden gegen Lamont Roach im März einen deutlichen Rückgang in dessen Motivation. Der als haushoher Favorit gestartete WBA-Leichtgewichtschampion konnte damals nicht überzeugen und plant seither zwar ein Rematch, doch ein Termin ist weiter unklar.

Hinzu kommen Davis’ private Probleme: Am 11. Juli wurde der 30-Jährige wegen Körperverletzung in Miami verhaftet. Laut Polizeibericht soll es zu einem Streit mit seiner Ex-Freundin, der Mutter seiner Kinder, gekommen sein. Die Gerichtsverhandlung ist für heute, den 29. Juli, angesetzt. Statt sportlicher Ziele scheint Davis mittlerweile nur noch an lukrativen „Crossover-Fights“ interessiert zu sein. So gilt ein möglicher Showdown mit Influencer-Boxer Jake Paul als realistisch, sollte Davis nochmals in den Ring steigen. Bradley glaubt dennoch, dass Davis’ Fokus nicht mehr im Sport liegt: „Er sucht nur noch den großen Zahltag – dann verabschiedet er sich.“

Text von Robin Josten