Ex-Weltmeister Timothy Bradley zweifelt an Davis’ Motivation: Nach privaten Problemen und schwacher Form sei „Tank“ am Ende seiner Karriere.

Hat Gervonta „Tank“ Davis innerlich bereits mit dem Boxen abgeschlossen? Wenn es nach Ex-Weltmeister und Hall-of-Famer Timothy Bradley geht, lautet die Antwort: Ja. „Tank ist fertig“, erklärte Bradley nach der letzten Top Rank-Übertragung in der Theater at Madison Square Garden gegenüber The Ring. „Er hat die Handschuhe ausgezogen, sie an den Nagel gehängt – er ist durch.“
Bradley, der Davis’ boxerisches Talent weiterhin schätzt, sieht seit dem Unentschieden gegen Lamont Roach im März einen deutlichen Rückgang in dessen Motivation. Der als haushoher Favorit gestartete WBA-Leichtgewichtschampion konnte damals nicht überzeugen und plant seither zwar ein Rematch, doch ein Termin ist weiter unklar.
Hinzu kommen Davis’ private Probleme: Am 11. Juli wurde der 30-Jährige wegen Körperverletzung in Miami verhaftet. Laut Polizeibericht soll es zu einem Streit mit seiner Ex-Freundin, der Mutter seiner Kinder, gekommen sein. Die Gerichtsverhandlung ist für heute, den 29. Juli, angesetzt. Statt sportlicher Ziele scheint Davis mittlerweile nur noch an lukrativen „Crossover-Fights“ interessiert zu sein. So gilt ein möglicher Showdown mit Influencer-Boxer Jake Paul als realistisch, sollte Davis nochmals in den Ring steigen. Bradley glaubt dennoch, dass Davis’ Fokus nicht mehr im Sport liegt: „Er sucht nur noch den großen Zahltag – dann verabschiedet er sich.“
Text von Robin Josten