Kraus begeistert heimisches Publikum mit brutaler Schlagkraft und sichert sich IBF-Europatitel durch frühen Knockout.

Als Kommentator am Seilgeviert konnte man die rohe Intensität dieses Duells fast greifen: Der niederländische Halbschwergewichtler Gradus Kraus stürmte vergangene Nacht durch Rostam Ibrahim und sicherte sich mit einem verheerenden K.o. in Runde zwei den IBF-Europameistertitel im Sportcomplex De Wilgenring in Rotterdam.
Vor ausverkauftem Haus begann das Duell furios. Ibrahim (13-2-2, 8 K.o.) startete mutig und landete zur Mitte der ersten Runde eine saftige Linke – ein echter „Chin Check“ für Kraus (9-0, 8 K.o.). Doch der Lokalmatador antwortete sofort mit harten Treffern am Mann, zwang seinen Gegner in wilde Schlagwechsel und setzte früh ein Ausrufezeichen.
Kurz vor Beginn der zweiten Runde eskalierte das Gefecht: Ibrahim marschierte vorwärts, setzte eine harte Rechte, lief jedoch zugleich in eine präzise linke Konterhand von Kraus und ging zu Boden. Während der Niederländer bereits auf die Ringecke kletterte, kämpfte sich Ibrahim widerwillig wieder hoch, doch die Entscheidung schien unausweichlich.
Kraus roch Blut und setzte sofort nach. Ibrahim suchte die Körpertreffer, wurde jedoch mit zwei linken Haken hart abgekontert. Auch ein beherzter rechter Kopftreffer des Deutschen konnte Kraus nicht beeindrucken. Der Niederländer blieb cool, lauerte auf das perfekte Zeitfenster – und fand es. Eine Serie wuchtiger linker Haken ließ Ibrahims Kinn erzittern; der Herausforderer krachte flach auf den Rücken. Noch bevor der Referee die Zählung beginnen konnte, segelte das Handtuch aus der deutschen Ecke in den Ring. Offizielle Zeit: 43 Sekunden in Runde zwei.
Ein brutaler, dominanter Auftritt von Kraus – und ein Statement an die gesamte Halbschwergewichtsszene.