Anthony Joshua und Box-Influencer Jake Paul sollen vor einer Einigung stehen und noch im diesem Jahr gegeneinander kämpfen.

Was lange eher nach einem Scherz klang, könnte schon bald wahr werden: Ex-Schwergewichts-Champion Anthony Joshua wird sein Ring-Comeback wohl gegen Youtube-Boxer Jake Paul geben. Wie „The Ring“ berichtet, soll der Event bereits im Dezember in Miami stattfinden. Joshua stand zuletzt im September 2024 im Ring und verlor gegen den damaligen IBF-Champ Daniel Dubois durch K.o. in der fünften Runde.
Bereits im Sommer verhandelt
Laut „The Ring“ soll auch die Problematik um eine Übertragung des Duells gelöst sein, das Magazin bezieht sich dabei aber auf nicht näher genannte Quellen. Joshua und Paul hatten schon im Sommer über einen Kampf verhandelt, aber keinen Deal erzielt. „AJ“ boxt exklusiv beim Streamingdienst DAZN, Pauls Boxkämpfe sind dagegen bei Netflix zu sehen.
Für Paul, zugleich Chef des Box-Stalls „Most Valuable Promotions“, wäre Joshua der sportlich bisher größte Gegner. Bislang hatte sich der boxende Youtube-Star gegen abgehalfterte (Ex-)Profis, MMA-Fighter sowie gegen das 59-jährige Box-Idol Mike Tyson behauptet. Seine einzige Niederlage in 13 Kämpfen bezog Paul gegen Tyson Furys Cousin Tommy Fury.
Es ist damit zu rechnen, dass der (Show-)Boxkampf Joshua vs. Paul den beiden Protagonisten eine Mega-Zahltag beschert. Schon das enttäuschende „Duell“ des Social-Media-Stars gegen Mike Tyson erzielte bei Netflix 65 Millionen gleichzeitig laufende Livestreams.
Sportlich wertloser Fight
Ursprünglich hatte Jake Paul (1,85 m, ca. 95 kg) im Dezember gegen Gervonta „Tank“ Davis antreten sollen, doch vor wenigen Tagen platzte der Kampf gegen den Leichtgewichts-Weltmeister aus Baltimore. Nun trifft er mit Joshua offenbar auf einen Kontrahenten, der rund 60 Kilogramm schwerer und zwölf Zentimeter größer ist als Davis. Zudem gilt AJ weiterhin als einer der besten Puncher im Schwergewicht.
Aus Sicht von Joshua ist ein Duell gegen „The Problemchild“ allerdings sportlich wertlos. Der zweimalige Schwergewichts-Weltmeister sollte laut seines Promoters Eddie Hearn noch in diesem Jahr einen Aufbaukampf bestreiten, doch danach sieht es momentan nicht aus.
Text: Frank Schwantes