Schon lange wartet Agit Kabayel auf den ihm zustehenden WM-Kampf gegen Oleksandr Usyk. Nun beschäftigt sich das Team des Ukrainers offensichtlich ernsthafter mit dem deutschen Schwergewichts-Star.

Als Interims-Champion des Verbandes WBC steht Agit Kabayel ein Kampf gegen Schwergewichts-Weltmeister Oleksandr Usyk zu, dies schon seit geraumer Zeit. Bislang hat das WBC aber noch keinen Druck auf den Ukrainer ausgeübt, seiner Pflicht nachzukommen und seinen Gürtel gegen Kabayel zu verteidigen.
„Wir sehen, wie stark der Markt ist“
Nun aber scheint das Usyk-Lager erstmals ernstere einen Gedanken an ein Duell mit dem deutschen „Leberking“ zu verschwenden. Nicht zuletzt wegen des beeindruckenden „Homecoming“ von Kabayel am 10. Januar in Oberhausen. „Wir sehen, wie Deutschland auf diese Kämpfe reagiert, die Stadien, die sie füllen können, und wie stark der Markt ist“, erklärte Usyks Teamdirektor Sergey Lapin bei „talkSPORT“.
Usyk, der auch die WM-Titel der Verbände IBF und WBA hält, plant zunächst einen Fight gegen Ex-Champion Deontay Wilder in den USA. Austragungsort und Datum sind noch offen. Sollten sich die beiden Lager einigen, müsste der 33-jährige Bochumer wohl mindestens noch bis zum Herbst auf ein Duell mit Usyk warten. Wilder wiederum soll alternativ einen Kampf gegen den englischen Ring-Veteranen Derek Chisora planen, falls der Usyk-Fight nicht zustande kommt.
„Wir tun unser Bestes“
Kabayel sei auch „stilistisch“ eine Herausforderung, erklärte Lapin: „Druck, Geschwindigkeit, Körperlichkeit. Es wäre ein großer europäischer Kampf mit großem Business-Potenzial.“ Zum ersten Mal überhaupt preist Usyks Team Kabayel namentlich als möglichen Gegner an. Bisher richteten die Ukrainer den Blick meist nach England.
Unterdessen wird Kabayels Manager Spencer Brown nicht müde, auf eine WM-Chance für seinen Schützling zu drängen. „Wir wollen den Usyk-Kampf unbedingt. Da wollen wir so schnell wie möglich hin“, sagte der Brite bei „Sky Sports“ und unterstrich ebenfalls das Potenzial eines solchen Duells. „Wir glauben, wir können 70.000 (Karten; d.Red.) in Deutschland verkaufen. Wir haben einen schlafenden Riesen geweckt und ich denke, es kann nur noch größer und größer werden.“ Brown weiter: „Es wird nicht billig, aber wir tun unser Bestes, um Usyk nach Deutschland zu holen.“ Zudem hob der Manager, der auch Tyson Fury vertritt, hervor, dass in Deutschland zahlreiche Ukrainer leben. „Es wäre ein Riesen-Event und würde den deutschen Markt massiv öffnen.“
Text: Frank Schwantes