Erstmals hat das WBC angeordnet, dass Weltmeister Oleksandr Usyk seinen Gürtel gegen Agit Kabayel pflichtverteidigen muss. Doch bis es dazu kommt, wird es wohl noch dauern.

Wann kommt Schwergewichts-Star Agit Kabayel zu seinem verdienten WM-Kampf? WBC-Boss Mauricio Sulaiman hat erklärt, dass Weltmeister Oleksandr Usyk nach einer freiwilligen Titelverteidigung einen Pflichtkampf gegen Interims-Champion Kabayel bestreiten muss. Der Ukrainer, der aktuell die Gürtel der Verbände WBC, WBA und IBF sowie von „The Ring“ hält, habe eine freiwillige Titelverteidigung beim WBC beantragt, sagte Sulaiman gegenüber dem US-Journalisten Chris Mannix. Der Verband sei diesem „üblichen“ Wunsch nachgekommen.
Absurde Begründung
Kabayel ist seit seinem K.o.-Sieg gegen Zhilei Zhang im Februar letzten Jahres amtierender Interims-Weltmeister des WBC. Seitdem wartet der 33-jährige Bochumer auf seine WM-Chance gegen Usyk. Doch alle Bemühungen des „Leberkings“ gegenüber dem Verband blieben bislang erfolglos. Um aktiv zu bleiben, stieg Kabayel am 10. Januar beim „Homecoming“ in Oberhausen gegen den Polen Damian Knyba in den Ring und siegte vorzeitig.
Warum WBC-Boss Sulaiman Usyk eine freiwillige Titelverteidigung genehmigt, statt ihn in die Pflicht zu nehmen, bleibt rätselhaft. In diesem Zusammenhang klingt die Begründung des Mexikaners geradezu absurd, der erklärte: „Agit Kabayel war nicht verfügbar, weil er einen Kampf im Januar hatte.“ Usyk plant nun einen Kampf in den USA. US-Medien spekulierten zuletzt über ein Duell mit Ex-Weltmeister Andy Ruiz. Sportlich äußert fragwürdig, zumal Ruiz seit August 2024 nicht mehr im Ring stand.
„So ist die Entscheidung“
Immerhin ordnete Sulaiman an, dass Usyk seinen WBC-Gürtel nach seiner freiwilligen Titelverteidigung gegen Interims-Champ Kabayel aufs Spiel setzen müsse. „So ist die Entscheidung.“ Allerdings ist davon auszugehen, dass der Ukrainer anschließend nicht vor dem Herbst oder Winter erneut boxen wird. Insofern muss Kabayel schauen, welchen Kampf er im Frühjahr als nächsten bestreitet. Wie Queensberry-Promoter Frank Warren kürzlich verriet, soll der Leberking auch seinen nächsten Fight vor heimischer Kulisse in Deutschland bestreiten.
Dabei hat ihm sein Promoter einen Stadionkampf in Aussicht gestellt. Ob dieser allerdings gegen WBO-Weltmeister Frank Wardley sein wird, erscheint fraglich. Wardley verhandelt bereits über einen Kampf gegen seinen Landsmann Daniel Dubois. Die „Battle of Britain“ der beiden soll am 9. Mai in Manchester stattfinden. Insofern wäre ein Duell zwischen Kabayel und Lawrence Okolie wieder wahrscheinlicher. Der frühere Cruisergewichts-Weltmeister aus England belegt in der WBC-Rangliste Rang eins und wurde bereits vor dem „Homecoming“ Kabayels als potenzieller Gegner des Deutschen gehandelt. Zudem haben beide mit Queensberry denselben Promoter.
Text: Frank Schwantes