Marco Huck besiegt Vaclav Pejsar | BOXSPORT

Marco Huck besiegt Vaclav Pejsar

Schwergewichts-Comeback von Marco Huck: Klarer Punktsieg gegen Vaclav Pejsar. Doch für höhere Titelambitionen braucht der Ex-Weltmeister mehr Tempo, Präzision und Durchschlagskraft.

Marco Huck feierte trotz gebrochener Hand ein siegreiches Comeback im Boxring. (Foto: IMAGO / Steinsiek.ch)
(Foto: IMAGO / Steinsiek.ch)

Der ehemalige Langzeit-Weltmeister im Cruisergewicht, Marco Huck, kehrte am Samstagabend in der Heristo Arena in Halle in den Ring zurück und sicherte sich einen Punktsieg gegen Vaclav Pejsar – doch es war kein Auftritt im Stil des früheren „Käpt’n“ Huck.

Der mittlerweile 41-Jährige, der inzwischen im Schwergewicht antritt, ließ zwar phasenweise seine typische Aggressivität und seinen Vorwärtsdrang aufblitzen, konnte sich über die angesetzten zehn Runden jedoch nicht konstant durchsetzen.

Explosivität blitze kurz auf

Huck (44-5-1, 28 K.o.) erhielt am Ende eine klare Punktentscheidung auf den Scorecards der Punktrichter. Dennoch wirkte sein Timing über weite Strecken rostig, besonders in den mittleren Runden sank seine Schlagfrequenz spürbar. Die Explosivität, die seine Prime-Phase während seiner Regentschaft als WBO-Cruisergewichtsweltmeister prägte, war nur in kurzen Sequenzen erkennbar.

Zwar bestimmte Huck weitgehend das Tempo und kontrollierte die Distanz, doch er schaltete selten einen Gang höher. Statt präziser Schlagserien und Kombinationen setzte er vermehrt auf Physis und Druck. Es war sein erster Einsatz seit 16 Monaten – zuletzt hatte er Evgenios Lazaridis in Berlin einstimmig nach Punkten bezwungen.

Pejsar zeigt Nehmerqualitäten

Pejsar (26-23, 21 K.o.), ein robuster, aber limitierter Schwergewichtler aus Tschechien, galt im Vorfeld als zäher Prüfstein. Der Tscheche stand bereits mit solider europäischer Konkurrenz im Ring, scheiterte jedoch regelmäßig, wenn das Niveau deutlich anzog. Auch gegen Huck bewies er vor allem Nehmerqualitäten. Trotz einiger harter Treffer blieb er standhaft, ohne jedoch ernsthaft die Kontrolle im Kampf zu übernehmen oder das Momentum zu drehen.

Unterm Strich war es eine professionelle, wenn auch unspektakuläre Vorstellung von Huck – ein Arbeitssieg statt eines Ausrufezeichens. Sollte der Berliner tatsächlich noch Ambitionen auf einen weiteren Titel-Run im Schwergewicht hegen, wird er gegen hochklassigere Gegner eine deutlich bessere Kondition, höhere Aktivität und vor allem konstanten Offensivdruck benötigen.

„Disziplin, Erfahrung, fokussierte Teamarbeit“

Zufrieden zeigte sich jedenfalls Trainer Jihad Ali Khan. „Marco Huck hat gestern gezeigt, warum er über Jahre zur Weltspitze gehörte. Zehn Runden, einstimmiger Sieg, eine klare und überzeugende Leistung“, so der Coach. Man dürfe dabei nicht vergessen, dass sein Gegner Vaclav Pejsar nicht angereist sei, um eine Nebenrolle zu spielen, sondern er sei hochmotiviert gewesen.

„Gegenüber stand ihm kein gewöhnlicher Boxer, sondern der längste Weltmeister in der Geschichte der World Boxing Organization“, betonte Khan. „Einen solchen Namen zu schlagen, bedeutet internationale Aufmerksamkeit und sportliche Anerkennung.“ Genau das habe Pejsar zusätzlich angespornt. Hinter dem Erfolg von Huck „stehen Disziplin, Erfahrung und eine fokussierte Teamarbeit. Marco hat im Ring die Antwort gegeben, ruhig, souverän und dominant über alle zehn Runden.“

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