Simon Zachenhuber kassiert in London seine erste Niederlage – und die hat es in sich. Gegen Kurzzeit-Gegner Pawel August verliert der Deutsche einen engen Fight nach Punkten.

Im Schatten des Comebacks von Tyson Fury erlebte Simon Zachenhuber im Tottenham Hotspur Stadium einen bitteren Abend. Der zuvor ungeschlagene Supermittelgewichtler musste sich überraschend Pawel August nach Punkten geschlagen geben – und kassierte damit die erste Niederlage seiner Karriere.
Dabei begann der Kampf ausgeglichen. Zachenhuber setzte auf Bewegung und Jab, während August früh Druck machte und den Infight suchte. Mit zunehmender Dauer gelang es dem kurzfristig eingesprungenen Gegner immer besser, den Deutschen an den Seilen zu stellen und mit physischen Aktionen zu punkten. Vor allem in den mittleren Runden wirkte August aktiver und bestimmte das Geschehen optisch. Zachenhuber hielt dagegen, ließ jedoch die notwendige Beinarbeit vermissen, um sich konsequent aus den Drucksituationen zu lösen.
Erst in der Schlussphase drehte der Erdinger auf. Die letzten beiden Runden gingen klar an ihn – mit präzisen Treffern und deutlich mehr Tempo. Doch die Aufholjagd kam zu spät: Der alleinige Punktrichter sah August mit 58:56 vorne. Die Umstände der Niederlage sorgen zusätzlich für Diskussionen. Ursprünglich war ein Zehn-Runden-Kampf gegen Troy Williamson geplant, doch nach dessen kurzfristiger Absage wurde das Duell mit August auf nur sechs Runden angesetzt – ein klarer Nachteil für Zachenhuber.
Unterm Strich bleibt eine vermeidbare Niederlage, die Fragen aufwirft. Statt eines möglichen Karriereschritts auf großer Bühne steht nun eine bittere Niederlage zu buche. Nun muss der Matador hoffen, dass es schnellstmöglich zu einem Rematch kommt – unter fairen Bedingungen.
Text von Robin Josten