Trotz Geschlechtstest: Lin Yu-Ting startet nicht bei Box-WM | BOXSPORT

Trotz Geschlechtstest: Lin Yu-Ting startet nicht bei Box-WM

Box-Olympiasieger Lin Yu-Ting hat ihre Teilnahme an den Weltmeisterschaften von World Boxing abgesagt. Auch Imane Khelif wird in Liverpool nicht antreten, hatte aber vor Gericht geklagt.

Lin Yu-Ting aus Taiwan gewann bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris Gold in der Klasse bis 57 Kilogramm. (Foto: Getty Images)

Wie der taiwanische Verband der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, wird Olympiasiegerin Lin nicht an den Box-Weltmeisterschaften in Liverpool teilnehmen. Die Titelkämpfe finden vom 4. bis 14. September statt, erstmals ausgerichtet von World Boxing. Der vom IOC anerkannte Weltverband hatte für die WM-Teilnahme verbindliche Geschlechtertests von den Boxerinnen und Boxern gefordert.

Vor wenigen Tagen getestet

Die „Stuttgarter Zeitung“ berichtet, dass erst vor wenigen Tagen bekannt wurde, dass sich Lin Yu-Ting diesem geforderten Test unterzieht – im Gegensatz zu Imane Khelif. Um die beiden Goldmedaillengewinnerinnen war bei den Olympischen Spielen in Paris eine heftige Debatte entstanden. Grund waren Zweifel am Geschlecht von Khelif und Lin Yu-Ting, da beide ihre Gewichtsklassen bei Olympia dominierten und auch gewannen.

Zwar habe der taiwanische Verband die Ergebnisse des Geschlechtstests an World Boxing übermittelt, heißt es, aber noch keine Antwort erhalten. Deshalb könne man der 29-jährigen Federgewichtlerin nicht erlauben, „ohne jegliche Garantie nach Großbritannien zu reisen“. Weitere Gründe wurden nicht genannt.

Olympiasiegerin Imane Khelif scheiterte mit einer Klage vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS. (Foto: Getty Images)

Dagegen wählte Imane Khelif, die in Paris Gold im Weltergewicht holte, den Schritt vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS. Die 26-jährige Algerierin hatte die Einführung von Geschlechtertests durch World Boxing vor dem CAS angefochten, blieb mit ihrer Klage aber erfolglos. Das Schiedsgericht mit Sitz in Lausanne hatte einen von ihr bereits am 5. August gestellten Antrag auf Aussetzung des geforderten Geschlechtstests bis zur Verhandlung des Falls abgelehnt.

Ausschluss bei WM 2023

Lin und Khelif waren vom mittlerweile suspendierten Welt-Boxverband IBA bei der WM 2023 ausgeschlossen worden. Als Gründe wurden nicht bestandene Testosteron-Tests angeführt. In Paris durften die beiden Boxerinnen jedoch starten, weil für das IOC allein das Geschlecht im Pass ausschlaggebend war.

Text: Frank Schwantes