Anthony Joshua steigert sich nach taktischem Beginn, setzt Jake Paul mit hartem Bodywork unter Druck und erzwingt den Knockout in der sechsten Runde in Miami.

Der britische Schwergewichtler Anthony Joshua ließ im Kaseya Center nichts anbrennen und beendete den Hype-Kampf gegen Social-Media-Star Jake Paul mit einem krachenden K.o. in der sechsten Runde. Der Auftakt verlief taktisch. Paul (12-2, 7 K.o.) bewegte sich viel auf den Beinen, boxte aus der Rückwärtsbewegung und versuchte, dem physisch überlegenen Joshua (29-4, 26 K.o.) aus dem Weg zu gehen. Joshua blieb geduldig, setzte erste Nadelstiche zum Körper, während Paul lediglich einen harmlosen Overhand Right ins Ziel brachte.
Auch in Runde zwei konnte der ehemalige zweifache Weltmeister den Ring nicht konsequent abschneiden. Paul klammerte viel, erstickte Joshuas Offensive und erntete dafür laute Buhrufe. Joshua blieb ruhig, fand aber noch nicht den Rhythmus für klare Kombinationen. Ab der vierten Runde kippte der Fight endgültig. Nach simplen Jab-Duellen ging Paul gleich mehrfach zu Boden – teils ohne klaren Treffer, teils nach Körpertreffern. Insgesamt lag der Amerikaner in dieser Phase viermal auf der Matte, inklusive einer längeren Pause nach einem vermeintlichen Tiefschlag. In Runde fünf folgten weitere Niederschläge, diesmal deutlichere Wirkungstreffer zum Körper. Paul zeigte zwar kurz Herz mit einem rechten Haken an den Seilen, doch Joshua erhöhte den Druck.
Der Finish kam in Runde sechs: Joshua trieb Paul in die Ecke, setzte einen linken Jab zum Körper und detonierte anschließend eine gerade Rechte zum Kopf. Paul sackte zusammen, der Ringrichter zählte ihn bei 1:31 Minuten aus. Nach dem Kampf zeigte sich Joshua selbstkritisch: „Es ist ein Sieg, aber kein Erfolg. Ich erwarte mehr von mir selbst.“ Trotz des klaren K.o.-Triumphs machte der Brite deutlich, dass er den Blick nach vorne richtet – zurück ins echte Schwergewichtsrennen.