Baraou reist als WBA-Weltmeister nach San Juan und will Zayas den WBO-Gürtel abnehmen. Er sagt, der Lärm der Fans ändere nichts an seinem Plan.

Abass Baraou steht vor dem größten Kampf seiner Profikarriere. Der WBA-Weltmeister im Halbmittel trifft am Samstag, 31. Januar, auf Xander Zayas. Zayas hält den WBO-Gürtel. Beide Titel stehen in San Juan zur Vereinigung. Der Austragungsort passt zur Aufgabe. Im Coliseo de Puerto Rico boxt Baraou im Heimatstadion seines Gegners. Der 31-Jährige erwartet keinen Bonus für Zayas durch die Kulisse. Er setzt auf Anpassung und Routine.
Baraou macht aus seinem Plan kein Geheimnis. Er sagt: „Noch habe ich nicht gezeigt, was wirklich in mir steckt.“ Er betont seine Variabilität: „Wenn ich technisch boxen muss, kann ich das.“ Meistens wolle er Gegner jedoch zermürben. Genau dort sieht er seinen Vorteil. Zum Schlüssel erklärt er die Offensive. „Vorwärtsgehen liegt mir“, sagt Baraou. Und weiter: „Ich habe noch keinen gesehen, der meinen Druck aushält.“ Dass er das auch in Puerto Rico durchziehen kann, will er am Kampfabend beweisen.
Zwei Champions, zwei Wege
Baraou wird in Deutschland geboren und hat togolesische Wurzeln. Er startet 2018 als Profi und boxt lange vor allem in Europa. Im August setzt er ein Ausrufezeichen in Orlando, als er Yoenis Tellez nach Punkten bezwingt und dabei spät einen Niederschlag erzielt. Kurz danach rückt er zum vollen WBA-Champion auf, weil Terence Crawford den Titel freigibt.
Zayas bringt die makellose Bilanz mit. Der 22-Jährige unterschreibt früh bei Top Rank und wird kurz vor seinem 23. Geburtstag Weltmeister. Er gewinnt den WBO-Titel im Juli nach Punkten gegen Jorge Garcia. Nun führt er erst den zweiten Vereinigungskampf um WM-Titel auf puerto-ricanischem Boden an.
Baraou kennt Zayas aus dem Gym. „Wir haben ein paarmal gesparrt“, sagt er. Er lobt Beinarbeit und Fähigkeiten, bleibt aber bei seinem Ziel: „Ich gehe nach Puerto Rico, um vereinigter Weltmeister zu werden.“ Den Ort stuft er nüchtern ein: „Da ist ein Mann, den ich schlagen muss.“
Text von Robin Josten