Huseyin Cinkara landet in Australien und kündigt an, Opetaia „auseinanderzunehmen“. Der IBF-Pflichtherausforderer will alle Zweifler stummschalten – und Opetaias Visionen gleich mit.

Huseyin Cinkara macht keine Anstalten, sich in Australien als höflicher Gast zu präsentieren. Kaum gelandet, erklärte der ungeschlagene Duisburger unmissverständlich, dass er Jai Opetaia am 6. Dezember „zerstören“ wolle. Der IBF-Pflichtherausforderer tritt im Gold Coast Convention Centre gegen den Lokalhelden an. Opetaia, derzeit das Maß der Dinge im Cruisergewicht, hatte zuletzt große Ambitionen: Titelvereinigung 2026, dann der Sprung ins Schwergewicht. Doch nach „Zurdo“ Ramirez’ Entscheidung, lieber gegen David Benavidez zu boxen, könnte ausgerechnet Cinkara zum Abrisshammer seiner Karriereplanung werden.
Der 40-Jährige war bereits im Januar als Gegner vorgesehen, fiel aber verletzt aus. Elf Monate später ist er überzeugt, dass sich diese Verzögerung zu seinem Vorteil entwickelt hat. Anders als David Nyika – der im Frühjahr nach einem wilden Schlagabtausch vorzeitig gestoppt wurde – will Cinkara den Kampf weniger emotional, dafür zielgerichtet führen. „Respekt ist nett – aber der gewinnt keine Titel“, polterte Cinkara. „Ich schlage härter, ich schlage schneller. Wer glaubt, ich sei nur der nächste Name auf seiner Liste, wird aufwachen.“ Aus seiner Sicht ist Opetaia nicht unantastbar: „Man sieht Dinge, wenn man lange genug studiert. Schwachstellen. Fehler. Ich werde sie nutzen.“
Opetaia selbst konzentriert sich öffentlich weiterhin auf sein Langzeitziel, unangefochtener Weltmeister zu werden. Doch die Fightweek bringt zusätzliche Unsicherheit: Der Australier Justis Huni, als Co-Main-Event gesetzt, bangt nach dem überraschenden Tod seines Trainers um seinen Start. Ein Ersatzkampf im Supermittelgewicht wird vorbereitet.
Text von Robin Josten