Nach einem turbulenten Jahr und mit Blick auf die WM-Chance 2026 gegen Manuel Barrios hat sich Ryan Garcia zu einem Trainerwechsel entschlossen. Sein neuer Coach in der Ecke ist zugleich sein erster: Vater Henry.

Ob Eddy Reynoso, Joe Goossen oder Derrick James – in den letzten Jahren sind viele renommierte Coaches an Ryan Garcia (24-2, 20 K.o.) mehr oder weniger gescheitert. Um wieder in die Spur zu kommen, kehrt „King Ry“ zu den Wurzeln zurück und gibt das Traineramt in die Hände seines Vaters Henry zurück. Garcia Senior hatte das Coaching von Ryan bereits im Alter von neun Jahren übernommen und stand in den ersten 13 Profikämpfen in dessen Ringecke.
Katastrophales Jahr 2025
Doch Ryan, verehrt von seinen über zwölf Millionen Followern und gehypt von den Medien, scheiterte immer wieder am Leben und an seiner Box-Karriere. Zuletzt verlief sein Jahr 2025 katastrophal. Im Mai verlor der 27-jährige Kalifornier gegen Rolando „Rolly“ Romero. Und im Juli wurde Garcia wegen wiederholter rassistischer Äußerungen vom WBC ausgeschlossen (die Sperre wurde im November aufgehoben).
Nun ist der talentierte Weltergewichtler an einem entscheidenden Punkt seiner Karriere angelangt und muss herauszufinden, ob er die hohen Erwartungen erfüllen kann, die bereits vor Jahren an ihn gestellt wurden. Garcias Ziel: Anfang 2026 der Gewinn der WBC-Weltmeisterschaft gegen Titelträger Mario Barrios. Zu einem entscheidenden Faktor soll dabei sein Vater Henry werden.
„Ich schätze alle Trainer sehr für ihr Engagement, ihren Einsatz und ihre Opferbereitschaft“, erklärte Garcia Senior gegenüber Boxingscene.com. „Lassen Sie es mich so sagen: Niemand kennt meinen Sohn besser als ich, und das ist das Entscheidende.“
Wiedersehen mit dem „Ex“
Henry Garcia wird Ryan am 21. Februar in Las Vegas in den Ring führen, wo er um den WBC-Krone von Welter-Champion Mario Barrios (29-2-2, 18 K.o.) kämpfen wird. Dieser wird pikanterweise von Garcias Ex-Coach Joe Goossen betreut.
„Ich respektiere Joe. Er ist ein großartiger Trainer“, teilte Henry Garcia mit. „Aber man kann niemandem beibringen, einen Schlag wie den von Ryan einzustecken.“ King Ry wird vor allem für seinen vernichtenden linken Haken gefürchtet. Nachdem der Jungstar seine WM-Chancen gegen Devin Haney (2024) und Romero nicht nutzen konnte, will er es nun gegen Barrios besser machen.
„Haben alles durchgemacht“
Die Gründe für das Scheitern waren vielseitig, wie Ryans Vater erklärt. „Wir haben das alles durchgemacht. Ich kenne seine Fähigkeiten. Ich weiß, was Ryan empfunden hat. Als er in den Kampf gegen Rolly ging, war er auf keinen Fall bereit dafür. Seine Hand war kaputt. Die Kortisonspritzen wirkten nicht mehr, er hatte Schmerzen. Er war für ein Jahr gesperrt, litt unter Depressionen. Er war nicht bereit, er war nicht bei der Sache. Und im Boxsport muss man zu 100 Prozent fit sein. Nur so kann man in den Ring steigen.“
Von Fitness, Form und Fähigkeiten seines Sohnes ist Henry Garcia überzeugt. „Das ist der Ryan, den die Leute sehen wollen. Es ist perfekt. Er würde Rolly jetzt schlagen, aber wir haben Barrios im Blick.“ Und kündigt an: „In diesem Kampf werden die Leute den besten Ryan sehen.“
Text: Frank Schwantes