550 Millionen US-Dollar: So viel hat Manny Pacquiao in seiner legendären Karriere bereits verdient – und trotzdem steigt er mit 46 noch einmal in den Ring. Warum? Nicht für Geld, sondern für Geschichte.

Vier Jahre nach seinem Rücktritt kehrt Manny Pacquiao am 19. Juli in den Ring zurück – gegen WBC-Weltmeister Mario Barrios. Und da der philippinische Box-Held längst über 550 Millionen Dollar verdient hat, betont er: „Es geht nicht ums Geld. Es geht um Geschichte. Ich freue mich und bin glücklich, zurück zu sein. Es ist schön, den Berg noch einmal zu erklimmen.“
Pacquiao (62-8-2, 39 K.o.) will in Las Vegas zeigen, dass er auch mit 46 Jahren noch ganz oben mitmischen kann. Gelingt ihm der Sieg, wäre er der zweitälteste Weltmeister der Boxgeschichte – nur Bernard Hopkins war bei seinem Titelgewinn mit 49 Jahren noch älter. Zudem würde Pacquiao seinen eigenen Rekord als ältester Weltergewichtsweltmeister (2019 mit 40 gegen Keith Thurman) brechen.
Sein letzter offizieller Kampf – eine Punktniederlage gegen Yordenis Ugas im August 2021 – hatte eigentlich das Karriereende eingeläutet. Seitdem absolvierte Pacquiao Showkämpfe und versuchte sich in der Politik. Die Präsidentschaftswahl 2022 verlor er, und auch der erneute Anlauf auf einen Senatssitz blieb 2024 erfolglos. Nun ist klar: „Das Kapitel Politik ist geschlossen.“
„Ich konnte meinem Körper vier Jahre Pause geben. Ich habe seit meinem 12. Lebensjahr durchgehend geboxt. Aber ich spüre wieder die Aufregung, die Leidenschaft, das Feuer“, so Pacquiao. „Ich liebe das Boxen. Ich habe das Training vermisst, die Medien, die Fans. Ich bin bereit.“ Ob der Altmeister den gefährlichen und deutlich jüngeren Mario Barrios (29-2-1, 18 K.o.) bezwingen kann, ist offen. Doch wenn jemand mit 46 noch für Furore sorgen kann, dann vielleicht Manny „Pac-Man“ Pacquiao – der einzige Achtklassen-Weltmeister in der Geschichte des Boxens.
Text von Robin Josten